Hilfen im Haushalt

Haushaltshilfen ermöglichen Ihnen Entlastung und Unterstützung im Alltag. Im Bild: Bügeleisen
Sie benötigen Unterstützung im Haushalt? Haushaltsnahe Dienstleister können helfen.

Putzen, Waschen, Kochen oder Einkaufen – Tätigkeiten, die früher leicht von der Hand gingen – fallen im Alter oft zunehmend schwer. Wer dann weiter selbstständig leben möchte, ist häufig auf Hilfe im Haushalt angewiesen.

Diese sogenannten „haushaltsnahen Dienstleistungen“ werden von lokalen Dienstleistern angeboten.

Haushaltsnahe Dienstleistungen – welche Tätigkeiten gehören dazu?

Haushaltsnahe Dienstleistungen sind zum Beispiel:

  • die Reinigung der Wohnung oder des Hauses, wie Fenster putzen, Staub wischen, saugen etc.
  • Zubereiten von Mahlzeiten
  • Wäsche waschen und trocknen, bügeln etc.
  • kleinere Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten, zum Beispiel eines Lichtschalters oder tropfenden Wasserhahns
  • Gartenarbeiten wie das Schneiden einer Hecke oder das Rasenmähen
  • Hilfe beim Einkaufen, zum Beispiel von Lebensmitteln oder Produkten des täglichen Bedarfs
  • Betreuung von Senioren in Form von Alltagsbegleitung, zum Beispiel Arztbesuche oder Spaziergänge
  • Fahrdienste
  • organisatorische Tätigkeiten, zum Beispiel Schreiben von Briefen, Telefonate mit Behörden, Sortieren Ihrer Unterlagen Haus- und Tierbetreuung, zum Beispiel Verpflegung von Tieren, Ausführen von Hunden

Nicht unter die haushaltsnahen Dienstleistungen fallen:

  • die medizinische Alten- und Krankenpflege
  • spezielle Handwerkerleistungen von Fachkräften, wie Maler- und Tapezierarbeiten oder Gas-Wasser-Installationen
     

Über die Online-Suche finden Sie in der Datenbank haushaltsnahe Dienstleister in Ihrer Nähe.

Oder rufen Sie einfach kostenlos an. Unter der Rufnummer 0800 4040044 (montags bis freitags 9–19 Uhr und samstags 9–14 Uhr) helfen wir Ihnen, einen passenden Dienstleister zu finden.

 

Welche Mindestanforderungen gelten für die Pflegewegweiser NRW-Datenbank?

Anbieter haushaltsnaher Dienstleistungen, die in die Pflegewegweiser NRW-Datenbank aufgenommen werden, verpflichten sich zur Einhaltung unserer Mindestanforderungen:

  • Anforderung an die Organisation der Dienstleistung: es erfolgt zum Beispiel ein kostenloses Erstgespräch, es gibt feste Ansprechpersonen
  • Anforderungen an die Personen, die Kontakt zu den Kundinnen und Kunden haben: Mitarbeiter haben den Tätigkeiten entsprechende Qualifikationen, kundenorientierter Umgang mit Auftraggebern
  • Anforderungen an die Preise/Rechnungsstellung, zum Beispiel Abrechnung des tatsächlichen Arbeitsaufwands im 15-Minuten-Takt, nicht nach vollen Stunden
  • Anforderungen an den Vertrag: der Vertrag wird schriftlich abgeschlossen, im Vertrag sind Ansprechpartner für Beschwerden genannt
  • Qualitätsbegleitung: Nach dem ersten Einsatz erfolgt eine Zufriedenheitsbefragung, um gegebenenfalls Dienstleistungen anzupassen

Ausführliche Informationen zu den Mindestanforderungen an haushaltsnahe Dienstleistungen für Menschen in NRW und die Qualitätsanforderungen finden Sie in der unter diesem Abschnitt eingefügten pdf-Datei.

Wichtig: Die aufgenommenen Angebote der Dienstleister sind durch Selbstauskünfte entstanden. Eine Prüfung durch KoNAP erfolgte nicht, und die Anbieter können sich nicht auf eine Empfehlung oder ein Qualitätsurteil zum Beispiel durch die Verbraucherzentrale NRW e.V. berufen.
 

Zahlt die Pflegekasse die haushaltsnahen Dienstleistungen?

 

Pflegebedürftige ab Pflegegrad 1 erhalten  einen monatlichen Entlastungsbetrag von 125 Euro. Dieser kann zur Finanzierung anerkannter Haushalts- und Serviceangebote genutzt werden.

Hierzu zählen:

  • Im Bereich der hauswirtschaftlichen Versorgung: Reinigen der Wohnung, Einkäufe, Wäschepflege oder die Zubereitung von Mahlzeiten
  • Bei der Alltagsbegleitung: zum Beispiel für Gespräche zu Hause, Spaziergänge, Arzt-, Apotheken- oder Behördenbesuche

Wichtig: Möchten Sie den Entlastungsbetrag für haushaltsnahe Dienstleistungen verwenden, müssen Sie auf jeden Fall einen nach Landesrecht anerkannten Dienstleister beauftragen. Die Anerkennung hängt von verschiedenen Voraussetzungen ab und erfolgt durch die Kommune vor Ort.

Sind haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich absetzbar?

Haushaltsnahe Dienstleistungen sind steuerlich absetzbar. Im Bild: Pärchen am Tisch mit Papierunterlagen
Haushaltsnahe Dienstleistungen sind steuerlich absetzbar.

Sparen bei der Einkommensteuer

Wer professionelle Dienstleistungen in Haus und Garten nutzt, kann bei der Einkommenssteuer sparen. Denn Steuerpflichtige dürfen Kosten, die Ihnen durch haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerker entstehen, in der Einkommensteuererklärung absetzen:

  • Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses – zum Beispiel auf Minijob-Basis [externer Link] – sind mit 20 % der Gesamtsumme absetzbar, maximal 510 Euro jährlich.
  • 20 % der Kosten für Handwerkerleistungen können Sie ebenfalls absetzen, maximal 1.200 Euro jährlich.
  • Für haushaltsnahe Dienstleistungen ohne ein Beschäftigungsverhältnis – zum Beispiel für Gartenarbeiten auf Rechnung – erstattet Ihnen das Finanzamt ebenfalls 20 %. Die maximale Summe beträgt jährlich 4.000 Euro.

 

Wichtig:

  • Die Kosten müssen Sie dem Finanzamt gegenüber belegen. Sie benötigen Rechnungen des Dienstleisters sowie Überweisungsbelege oder Kontoauszüge. Eine Barzahlung wird nicht anerkannt.
  • Materialkosten sind nicht absetzbar. Beachten Sie daher, dass die Rechnungspositionen nach Arbeitskosten und Materialkosten unterteilt sind.
  • Zudem dürfen Sie nur die Leistungen angeben, die bei Ihnen zu Hause erbracht wurden.
  • Kosten für reine Begleit- oder Lieferdienste können nicht abgesetzt werden.

 

Tipp: Das monatliche Budget für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen können Sie sogar noch aufstocken. Möglich ist dies, wenn Sie oder die pflegebedürftige Person einen Anspruch auf Pflegesachleistungen haben – also auf die Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes – diesen aber nicht voll ausschöpfen. In dem Fall können Sie beziehungsweise die pflegebedürftige Person bis zu 40 % der Pflegesachleistung für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen nutzen.