Kuren für pflegende Angehörige - So finden Sie wieder Kraft für den Alltag

Wenn Sie durch die Pflege überlastet sind, kann eine Kur oder Reha helfen
Überlastet oder krank durch die Pflege? Eine Kur oder Reha kann helfen.

Die Pflege eines Menschen kann Angehörige körperlich und psychisch belasten. Hier kann eine spezielle Kur für pflegende Angehörige helfen, langfristig gesund zu bleiben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf eine Vorsorgekur.
  • Eine Kur kann helfen, die Gesundheit zu erhalten oder wiederherzustellen.
  • Die stationäre Kurmaßnahme für pflegende Angehörige wird von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert.
  • Voraussetzung für eine Vorsorgekur oder Reha für pflegende Angehörige ist eine ärztliche Verordnung.
  • Kurberatungsstellen beraten Sie und unterstützen bei der Beantragung.
  • Für die Versorgung des Pflegebedürftigen können Sie dabei die Leistungen der Kurzzeit- und Verhinderungspflege nutzen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Kuranspruch für pflegende Angehörige
  2. Wie können Sie eine Vorsorgekur oder Reha beantragen?
  3. Wie lange dauert eine Kur?
  4. Wo erhalten Sie Beratung und Unterstützung?
  5. Wie kann die pflegebedürftige Person währenddessen versorgt werden?

 

Kennen Sie schon den Kuranspruch für pflegende Angehörige?

Was viele nicht wissen: Pflegende Angehörige haben nach § 23 bzw. § 40 des SGB V einen rechtlichen Anspruch auf eine stationäre Vorsorgekur- oder Reha-Maßnahme, damit ihre Gesundheit und Pflegefähigkeit erhalten bleibt.
Hierfür gibt es zahlreiche Klinikstandorte, auch in NRW,  in denen Sie eine Auszeit vom Alltag erhalten können.
In der Vorsorge- oder Reha-Klinik wird ein Therapieplan erstellt, der auf ihre persönlichen Bedürfnisse abgestimmt ist.
Ihr individueller Therapieplan kann dabei medizinische Behandlungen, Physiotherapie, psychosoziale Einzel- und Gruppengespräche, Bewegungs- und Entspannungstherapien, Ernährungsberatung umfassen.

 

Wie können Sie eine Vorsorgekur oder Reha beantragen?

Die Pflege einer nahestehenden Person kann Sie selbst gesundheitlich stark belasten und erschöpfen. Hilfreich um selbst wieder Kraft zu tanken, ist die Kur für Pflegende Angehörige. Ziel der Kur ist dabei, Sie körperlich und psychisch wieder fit zu machen, ihre Leistungsfähigkeit zu erhalten und Ihnen auch Anregungen und Tipps zur Bewältigung des Pflegealltags zu vermitteln.
Die Vorsorgekur für pflegende Angehörige beantragen Sie bei Ihrer Krankenkasse.

Diese Voraussetzungen müssen für einen Anspruch auf eine Vorsorgekur oder eine Rehamaßnahme bei Ihnen vorliegen:

  • Die Pflegesituation strengt Sie an und wirkt sich nachteilig auf Ihre Gesundheit aus
  • Die Pflegebedürftigkeit des Angehörigen wurde vom Medizinischen Dienst der Krankenkasse festgestellt.
  • Voraussetzung für die Bewilligung des Antrages durch die Krankenkasse ist eine ärztliche Verordnung von Ihrem behandelnden Arzt. In der Verordnung wird die Notwendigkeit der Kurmaßnahme bescheinigt.

 

! Wichtig: Sollte ihr Antrag nicht auf Anhieb genehmigt werden, haben Sie die Möglichkeit Widerspruch einzulegen. Hierzu haben Sie 1 Monat Zeit, nachdem der Bescheid der Krankenkasse bei Ihnen eingetroffen ist. Sie sollten sich bei der Krankenkasse nach den Gründen für die Ablehnung informieren, damit Sie konkret Stellung nehmen können. Beim Widerspruch helfen Ihnen die Kurberatungsstellen.

 

Wie lange dauert eine Kur für pflegende Angehörige?

Die Vorsorgekur oder Rehamaßnahme dauert in der Regel drei Wochen. In dieser Zeit sind Sie krankgeschrieben. Stellt sich während des Aufenthaltes heraus, dass drei Wochen nicht ausreichen, beantragt der behandelnde Arzt für Sie eine Verlängerung. Nach vier Jahren können Sie eine weitere Kur beantragen.

 

Wo erhalten Sie Unterstützung und Beratung?

In Nordrhein-Westfalen gibt es ein bundesweit einzigartiges Angebot: 100 Kurberaterinnen und Kurberater unterstützen Sie wohnortnah dabei, eine Kur-Maßnahme in Anspruch zu nehmen.  

Hier erfahren Sie mehr:

https://www.kuren-fuer-pflegende-angehoerige.de/
Kontakt: Rufnummer 05251 209 230 oder per E-Mail an kontakt [at] kuren-fuer-pflegende-angehoerige.de

Kurberatungsstellen vor Ort finden Sie in unserer Datenbank oder unter https://www.kuren-fuer-pflegende-angehoerige.de/beratungsstellen/

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Die Kurberatungsstelle klärt mit Ihnen, ob Sie einen Anspruch auf eine Kur haben und hilft beim Ausfüllen des Kurantrag aus und bei der Auswahl der passenden Kurklinik. Zusammen mit Ihnen wird auch eine geeignete Lösung für die  Versorgung Ihres Pflegebedürftigen gefunden, wenn eine gemeinsame Kur nicht möglich ist.

 

 

Wie kann die pflegebedürftige Person während der Kur versorgt werden?

 In einige Kliniken kann die pflegebedürftige Person mitkommen. Diese Einrichtungen stellen oft eine eigene Tagespflege zur Verfügung oder haben eine Kooperation mit einer anderen Einrichtung, die die zu pflegenden Angehörigen betreuen. Hierfür können Sie die Leistungen der Kurzzeitpflege nutzen. Einige Kliniken haben besondere Konzepte entwickelt, die das Mitreisen von Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf ermöglichen.
Bei der Suche nach einer solchen Einrichtung hilft Ihnen die Kurberatungsstelle in Ihrer Nähe.
Sollten Sie lieber alleine Reisen und sich während der Kur nur auf sich und Ihre Gesundheit konzentrieren wollen, so kann Ihr pflegender Angehöriger für diese Zeit auch in einer Einrichtung der Kurzzeitpflege versorgt oder zuhause von einer anderen Person gepflegt werden im Rahmen der Verhinderungspflege.