Kuren und Reha-Maßnahmen

Wenn Sie durch die Pflege überlastet sind, kann eine Kur oder Reha helfen
Überlastet oder krank durch die Pflege? Eine Kur oder Reha kann helfen.

Kuren und Reha-Maßnahmen für pflegende Angehörige

Die Pflege eines Menschen kann Angehörige körperlich und psychisch belasten. Pflegende Angehörige befinden sich dabei in ständiger Bereitschaft – ihre frei verfügbare Zeit ist bei der Pflege meist stark eingeschränkt. Dies hinterlässt Spuren. Andauernde Erschöpfung, Schlafmangel, Herzprobleme oder auch depressive Verstimmungen können Symptome einer starken Beanspruchung sein.

Doch nur wenn Sie sich als Pflegeperson wohlfühlen, können Sie die Pflege gut durchführen.

Gönnen Sie sich regelmäßig Auszeiten, damit Sie langfristig gesund und leistungsfähig bleiben. Unterstützen Sie Ihre Gesundheit beispielsweise mit einer Vorsorgekur, oder lindern Sie bestehende Krankheiten mit einer Rehabilitationsmaßnahme – kurz: „Reha“.

Für Kuren und Reha-Verfahren kommen verschiedene Möglichkeiten in Betracht. Sie können an einer ambulanten Maßnahme teilnehmen oder in eine stationäre Klinik gehen. Für die Versorgung des Pflegebedürftigen können Sie dabei die Leistungen der Kurzzeit- und Verhinderungspflege nutzen. Wir erläutern Ihnen, wann welche Alternative für Sie in Frage kommt. Außerdem stellen wir Ihnen die Voraussetzungen für die Beantragung einer Kur oder Reha vor und erklären Ihnen, wie Sie bei der Antragstellung vorgehen können.

 

Besonderer Kuranspruch für pflegende Angehörige

 

Was viele nicht wissen: Pflegende Angehörige haben nach § 23 bzw. § 40 des SGB V einen rechtlichen Anspruch auf eine dreiwöchige stationäre Vorsorge- oder Reha-Maßnahme. Dies trifft zu, wenn Sie sich beispielsweise um ihr pflegebedürftiges Kind, die Ehefrau oder die an Demenz erkrankte Mutter kümmern.

Für die besonderen Bedarfe von pflegenden Angehörigen gibt es eine besondere stationäre Vorsorge und Reha-Maßnahme. Diese richtet sich darauf, ihre Gesundheit und Pflegefähigkeit zu erhalten. Sie wird in der Regel von Ihrer Krankenversicherung bezahlt.

Früher mussten Sie vor der Inanspruchnahme alle möglichen ambulanten Unterstützungsleistungen ausnutzen. Dies ist nach einer Gesetzesänderung nicht mehr der Fall. Die Rechte von pflegenden Angehörigen sind dahingehend gestärkt worden!

 

    Voraussetzungen

     

    Die Kur für Pflegende Angehörige wird bei der Krankenkasse beantragt. Sie können diese unter folgenden Voraussetzungen beantragen.

    • Sie pflegen einen Angehörigen
    • Sie sind gesetzliche krankenversichert
    • Die zu pflegende Person ist pflegebedürftig und hat einen Pflegegrad
    • Sie sind seit sechs Monaten Pflegeperson
    • Sie sind bei der Pflegeversicherung als Pflegeperson eingetragen
    • Sie sind durch die Pflegesituation stark belastet
    • Ihr Hausarzt stellt dazu eine Verordnung aus, die dem Antrag beigelegt wird

    Tipp: Jetzt müssen Sie nur noch einen Antrag bei Ihrer Krankenkasse stellen! Unterstützung und Beratung erhalten Sie bei den Kurberatungsstellen der freien Wohlfahrtspflege.

    Was ist, wenn der Antrag nicht genehmigt wird?

    Wichtig: Sollte ihr Antrag nicht auf Anhieb genehmigt werden, haben Sie die Möglichkeit Widerspruch einzulegen. Hierzu haben Sie 1 Monat Zeit, nachdem der Bescheid der Krankenkasse bei Ihnen eingetroffen ist. Sie sollten sich bei der Krankenkasse nach den Gründen für die Ablehnung informieren, damit Sie konkret Stellung nehmen können. Beim Widerspruch helfen Ihnen die Kurberatungsstellen.

    Versorgung von Pflegebedürftigen während der Kur – geht das?

    In der Kur können pflegende Angehörige ihre Gesundheit stärken.
    In der Kur können pflegende Angehörige ihre Gesundheit stärken.

    Ja. In einigen Kliniken ist dies möglich. Die Einrichtungen stellen eine eigene Tagespflege zur Verfügung oder haben eine Kooperation mit einer anderen Einrichtung, die die zu pflegenden Angehörigen betreuen. Hierfür können Sie die Leistungen der Kurzzeitpflege nutzen. Einige Kliniken haben besondere Konzepte entwickelt, die das Mitreisen von Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf ermöglichen.

    Bei der Suche nach einer solchen Einrichtung hilft Ihnen die Kurberatungsstelle in Ihrer Nähe (siehe Liste oben auf der Seite).

    Tipp: Sollten Sie lieber alleine Reisen und sich während der Kur nur auf sich und Ihre Gesundheit konzentrieren wollen, so kann Ihr pflegender Angehöriger für diese Zeit auch in einer Einrichtung der Kurzzeitpflege versorgt oder zuhause von einer anderen Person gepflegt werden. Die Leistungen der Verhinderungspflege können bei einer Kur genutzt werden, um die Versorgung des Pflegebedürftigen zu finanzieren. Weitere Informationen unter Leistungen und Finanzierung der Pflege

     

    Wie läuft eine solche Kur eigentlich ab?

    Eine Vorsorgekur (oder Rehabilitation) richtet sich nach Ihrem persönlichen Bedarf. Daher wird zunächst ein Therapieplan erstellt, der dementsprechend Anwendungen wie Massage oder Bewegungseinheiten enthält. Es geht um die Stärkung Ihrer Gesundheit und der Kräfte, damit Sie mit neuer Energie den Alltag wieder meistern können.

    In der Kur gibt es verschiedene Möglichkeiten des Austauschs. Sie können informative Veranstaltungen zu pflegebezogenen Themen besuchen. Neben Gesprächen mit anderen pflegenden Angehörigen in Gesprächskreisen bietet sich auch die Möglichkeit für Einzelgespräche. Auch bleibt genug Zeit, um sich einfach mal auf sich zu besinnen.

     

    Welche anderen Möglichkeiten der Kur und Reha gibt es noch?

     

     

    Weitere Möglichkeiten bieten die Vorsorgekur oder die Rehabilitationsmaßnahme.  Zwischen diesen beiden bestehen erhebliche Unterschiede. Die Kur dient zur Vorsorge und zum Erhalt der Gesundheit. Bei der Rehabilitationsmaßnahme geht es dagegen um die Wiederherstellung der Gesundheit nach einer Erkrankung.

    Die Vorsorgekuren

    • Eine ambulante Kur eignet sich für leichtere gesundheitliche Störungen, wenn eine ambulante Behandlung am Wohnort bislang nicht erfolgreich war. Ambulante Kuren dauern etwa zwei bis drei Wochen. Unterkunft und Verpflegung sind frei wählbar, jedoch gibt es je nach Satzung der Krankenkasse einen Zuschuss von bis zu 13 Euro täglich. Sind Sie erwerbstätig, müssen Sie in der Regel für die ambulante Vorsorgekur Urlaub nehmen.
    • Für eine stationäre Kur, auch „Kompaktkur“ genannt, ist es erforderlich, dass mindestens eines von 30 bestimmten Krankheitsbildern vorliegt, zum Beispiel Osteoporose. Stationäre Kuren haben eine Dauer von etwa drei Wochen. Dabei sind die Betroffenen in einer Kurklinik untergebracht. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die medizinische Behandlung, Unterkunft und Verpflegung. Für Fahrtkosten zum Kurort können bis zu 10 % des Betrages erstattet werden. Im Gegensatz zur ambulanten Vorsorgekur wird die Kurklinik von den Krankenkassen ausgewählt. Die Art der Behandlung, der Umfang, Beginn und Dauer wird ebenso vorgegeben.

    Tipp: Eine Vorsorgekur ist auch im europäischen Ausland in anerkannten Heilbädern an anerkannten Kurorten möglich. Planen Sie eine Vorsorgekur im Ausland, informieren Sie sich zunächst bei Ihrer Krankenkasse über die Voraussetzungen und den Rahmen der Kostenerstattung.

    Wichtig: Bei privat Krankenversicherten kommt es darauf an, ob ihr Versicherungsvertrag die Möglichkeit einer Vorsorgekur abdeckt. Mitglieder einer privaten Krankenversicherung sollten sich zunächst über die Leistungen ihrer Versicherung informieren.

     

    Die Reha-Maßnahme

    Die ambulante Reha bietet sich an, wenn nach Operationen oder bei chronischen Krankheiten bereits ambulante Behandlungen erfolgt sind, aber nicht ausreichend waren. Diese findet für die Dauer von rund drei Wochen in einem örtlichen Reha-Zentrum statt, täglich an vier bis sechs Stunden.

    Die stationäre Reha dient der Heilung oder Linderung einer bestehenden Krankheit oder eines gesundheitlichen Schadens, wenn ambulante Behandlungen oder Kuren nicht ausreichend sind. Wo die etwa dreiwöchige stationäre Reha stattfindet, legt die Krankenkasse oder der Rentenversicherungsträger fest. Ihre Wünsche können dabei berücksichtigt werden.

      Wer trägt die Kosten?

       

      In den meisten Fällen trägt die Gesetzliche Rentenversicherung oder die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) die Kosten für die Reha. Die Kosten für die medizinische Rehabilitation, die die Erwerbsfähigkeit bei Berufstätigen erhalten soll, trägt die Rentenversicherung. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine Reha, wenn Sie krankenversichert, allerdings nicht mehr im Berufsleben aktiv sind.  Die Krankenkasse prüft auch, ob durch die Reha-Maßnahme eine Behinderung oder Pflegebedürftigkeit abgewendet, beseitigt oder ausgeglichen werden kann.

      Voraussetzungen für die Bewilligung einer Reha-Maßnahme

      • Die Reha ist aus medizinischen Gründen erforderlich.
      • Die Person, die eine Reha-Maßnahme antreten will, muss dazu körperlich in der Lage sein.
      • Das Ziel der Reha ist in einem realistischen Zeitrahmen erreichbar. Es besteht eine positive Prognose.

      Trägt die Deutsche Rentenversicherung die Kosten für die Reha, müssen Sie zudem:

      • mindestens 15 Jahre lang Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt haben,
      • eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit oder eine große Witwen-/Witwerrente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit beziehen,
      • in den letzten zwei  Jahren vor Antragstellung mindestens für sechs Kalendermonate Pflichtbeiträge eingezahlt haben
        ODER in den letzten zwei Jahren nach einer Ausbildung eine versicherte oder selbständige Tätigkeit ausgeübt haben,
        ODER nach einer solchen Beschäftigung oder Tätigkeit bis zum Antrag arbeitsunfähig oder arbeitslos gewesen sein.

      So beantragen Sie eine Kur oder Reha-Maßnahme:

      • Besprechen Sie mit Ihrer behandelnden Haus- bzw. Fachärztin oder Ihrem Haus- bzw. Facharzt, ob eine Kur oder Reha in Frage kommt und möglicherweise eine Krankheit vorliegt, die diese begründet.
      • Füllen Sie den Antrag  evtl. gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt aus und reichen Sie diesen bei der Krankenkasse ein. Der Antrag wird durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK), Vertragsärztinnen und -ärzten oder Amtsärztinnen und -ärzten geprüft und idealerweise bewilligt.