Kuren und Reha-Maßnahmen

Wenn Sie durch die Pflege überlastet sind, kann eine Kur oder Reha helfen
Überlastet oder krank durch die Pflege? Eine Kur oder Reha kann helfen.

Auszeiten für pflegende Angehörige

Die Pflege eines Menschen belastet Angehörige häufig körperlich und psychisch. Andauernde Erschöpfung, Schlafmangel, Herzprobleme oder auch depressive Verstimmungen können Symptome einer starken Beanspruchung sein.

Doch nur wenn Sie sich wohlfühlen, können Sie die Pflege gut durchführen. Gönnen Sie sich regelmäßig Auszeiten, damit Sie langfristig gesund und leistungsfähig bleiben. Unterstützen Sie Ihre Gesundheit beispielsweise mit einer Vorsorgekur, oder lindern Sie bestehende Krankheiten mit einer Rehabilitationsmaßnahme, kurz „Reha“.

Allein die Tatsache, Angehörige zu pflegen, reicht für einen Anspruch auf eine Vorsorgekur oder eine Reha allerdings nicht aus. Es müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

 

Vorsorgekuren – für wen eignen sie sich?

Krankheiten vorbeugen mit einer Kur

Vorsorgekuren dienen dazu, Krankheiten vorzubeugen. Eine Vorsorgekur kann ambulant oder stationär in einem der rund 390 Heilbäder in Deutschland durchgeführt werden.

Auch im europäischen Ausland in anerkannten Heilbädern an anerkannten Kurorten ist eine Vorsorgekur möglich. Planen Sie eine Vorsorgekur im Ausland, informieren Sie sich zunächst bei Ihrer Krankenkasse über die Voraussetzungen und den Rahmen der Kostenerstattung.

  • Eine ambulante Kur eignet sich für leichtere gesundheitliche Störungen, wenn eine ambulante Behandlung am Wohnort bislang nicht erfolgreich war. Ambulante Kuren dauern etwa zwei bis drei Wochen. Unterkunft und Verpflegung sind frei wählbar, jedoch gibt es je nach Satzung der Krankenkasse einen Zuschuss von bis zu 13 Euro täglich. Sind Sie erwerbstätig, müssen Sie in der Regel für die ambulante Vorsorgekur Urlaub nehmen.
  • Für eine stationäre Kur, auch „Kompaktkur“ genannt, ist es erforderlich, dass mindestens eines von 30 bestimmten Krankheitsbildern vorliegt, zum Beispiel Osteoporose. Stationäre Kuren haben eine Dauer von etwa drei Wochen. Dabei sind die Betroffenen in einer Kurklinik untergebracht. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die medizinische Behandlung. Unterkunft und Verpflegung sowie Fahrtkosten zum Kurort können bis zu 10 % des Betrages erstattet werden. Im Gegensatz zur ambulanten Vorsorgekur wird die Kurklinik von den Krankenkassen ausgewählt. Die Art der Behandlung, der Umfang, Beginn und Dauer wird ebenso vorgegeben.

Wichtig: Bei privat Krankenversicherten kommt es darauf an, ob ihr Versicherungsvertrag die Möglichkeit einer Vorsorgekur abdeckt. Mitglieder einer privaten Krankenversicherung sollten sich zunächst über die Leistungen ihrer Versicherung informieren.

 

    Reha-Maßnahmen – für wen eignen sie sich?

    Gesund werden durch eine Reha

    Eine Reha-Maßnahme soll die Gesundheit wiederherstellen. Dies kann zum Beispiel nach Operationen oder bei chronischen Krankheiten der Fall sein.

    Eine Reha-Maßnahme kann ambulant oder stationär durchgeführt werden. Welche Form der Reha in Frage kommt, ist mit den behandelnden Ärztinnen bzw. Ärzten zu klären. Empfehlenswert ist es, ein Attest eines Facharztes einzuholen.

    Wo die etwa dreiwöchige stationäre Reha stattfindet, legt die Krankenkasse oder der Rentenversicherungsträger fest. Ihre Wünsche können dabei berücksichtigt werden.

    • Die ambulante Reha bietet sich an, wenn nach Operationen oder bei chronischen Krankheiten bereits ambulante Behandlungen erfolgt sind, aber nicht ausreichend waren. Diese findet für die Dauer von rund drei Wochen in einem örtlichen Reha-Zentrum statt, täglich vier bis sechs Stunden lang.
    • Die stationäre Reha dient der Heilung oder Linderung einer bestehenden Krankheit oder eines gesundheitlichen Schadens, wenn ambulante Behandlungen oder Kuren nicht ausreichend sind.

     

    Wer trägt die Kosten für die Reha?

    In den meisten Fällen trägt die die Gesetzliche Rentenversicherung oder die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) die Kosten für die Reha.

    Die Kosten für die medizinische Rehabilitation, die die Erwerbsfähigkeit bei Berufstätigen erhalten soll, trägt die Rentenversicherung.

    Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine Reha, wenn Sie krankenversichert, allerdings nicht mehr im Berufsleben aktiv sind.  Die Krankenkasse prüft auch, ob durch die Reha-Maßnahme eine Behinderung oder Pflegebedürftigkeit abgewendet, beseitigt oder ausgeglichen werden kann.

    Den Antrag auf Rehabilitation können Sie bei jedem Kostenträger für eine Reha-Maßnahme stellen, zum Beispiel bei Ihrer Krankenkasse, der Deutschen Rentenversicherung oder auch der gesetzlichen Unfallversicherung. Dieser muss dann die Zuständigkeit prüfen und – sofern er nicht zuständig ist - den Antrag innerhalb von zwei Wochen an die zuständige Stelle weiterleiten.

     

    Voraussetzungen für die Bewilligung einer Reha-Maßnahme

    • Die Reha ist aus medizinischen Gründen erforderlich.
    • Die Person, die eine Reha-Maßnahme antreten will, muss dazu körperlich in der Lage sein.
    • Das Ziel der Reha ist in einem realistischen Zeitrahmen erreichbar. Es besteht eine positive Prognose.

    Trägt die Deutsche Rentenversicherung die Kosten für die Reha, müssen Sie zudem ...

    • mindestens 15 Jahre lang Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt haben,
    • eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit oder eine große Witwen-/Witwerrente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit beziehen,
    • in den letzten zwei  Jahren vor Antragstellung mindestens für sechs Kalendermonate Pflichtbeiträge eingezahlt haben, ODER in den letzten zwei Jahren nach einer Ausbildung eine versicherte oder selbständige Tätigkeit ausgeübt haben, ODER nach einer solchen Beschäftigung oder Tätigkeit bis zum Antrag arbeitsunfähig oder arbeitslos waren.

    Eine Kur oder Reha beantragen

    Wichtig für pflegende Angehörige: Zeiten der Ruhe und Entspannung
    Wichtig für pflegende Angehörige: Zeiten der Ruhe und Entspannung

    Ärztin oder Arzt hinzuziehen

    Besprechen Sie mit Ihrer behandelnden Haus- bzw. Fachärztin oder Ihrem Haus- bzw. Facharzt, ob eine Kur oder Reha in Frage kommt und möglicherweise eine Krankheit vorliegt, die diese begründet.

    Füllen Sie den Antrag  evtl. gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt aus und reichen Sie diesen bei der Krankenkasse ein.

    Der Antrag wird durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK), Vertragsärztinnen und -ärzten oder Amtsärztinnen und -ärzten geprüft und idealerweise bewilligt.

    Hinweis: Es gibt wenige Reha-Maßnahmen, die auf die Bedürfnisse von pflegenden Angehörigen zugeschnitten sind. Einige Krankenkassen haben besondere Angebote in ihrem Programm oder schlagen Reha-Kliniken vor, die sich auf pflegende Angehörige und ihre dementen Pflegebedürftigen spezialisiert haben.

    Damit die Kur oder die Reha erfolgreich und gut für Sie verläuft, ist es wichtig, dass Sie Ihre pflegebedürftigen Angehörigen gut versorgt wissen. Sie können für die Zeit Ihrer Abwesenheit einen Platz in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung nutzen. Manche Kur- und Reha-Einrichtungen sind so ausgerichtet, dass die von Ihnen gepflegte Person ebenfalls für die Zeit Ihres Aufenthaltes dort wohnen kann.

    Wie oft können Sie eine Kur oder Reha beantragen?

    Eine ambulante Kur können Sie alle drei Jahre beanspruchen, eine stationäre Reha alle vier Jahre. Sollten Sie an einer chronischen Krankheit leiden, so steht Ihnen schon früher eine erneute Reha-Maßnahme zu.