Das ändert sich ab Januar 2022

Neuerungen in 2022 bringen Vorteile

 

Aufgrund der Pflegereform 2021 gibt es ab dem 01. Januar 2022 in einigen Bereichen der Pflege mehr Geld.

 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Pflegesachleistungen (ab Pflegegrad 2) steigen um 5% an.
  • Der Betrag der Kurzzeitpflege wird um 10% erhöht.
  • Der Eigenanteil für Pflegekosten für Heimbewohner wird bezuschusst.
  • Pflegebedürftige Menschen haben einen Anspruch auf eine Übergangspflege nach Krankenhausbehandlung von bis zu 10 Tagen, wenn die Versorgung nicht anders sichergestellt werden kann.

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Pflegesachleistungen
  2. Kurzzeitpflege
  3. Pflegeheimkosten
  4. Übergangspflege

 

Pflegesachleistungen

Pflegesachleistungen stehen Versicherten ab dem Pflegegrad 2 zu. Mit diesem Budget können Sie professionelle Kräfte beauftragen, die Sie zu Hause pflegen – zum Beispiel ambulante Pflege- und Betreuungsdienste. Im Zuge der Pflegereform 2021 wird der Betrag der Pflegesachleistungen zum 01. Januar 2022 um 5% erhöht:

 

  bis Ende 2021 ab 2022
Pflegegrad 2 689 Euro 724 Euro
Pflegegrad 3 1.298 Euro 1.363 Euro
Pflegegrad 4 1.612 Euro 1.693 Euro
Pflegegrad 5 1.995 Euro 2.095 Euro

 

Kurzzeitpflege

Für einen Zeitraum von bis zu 8 Wochen steht der pflegebedürftigen Person ab Pflegegrad 2 das Budget der Kurzzeitpflege zur Verfügung. Ab dem 01. Januar 2022 wird das Budget der Kurzzeitpflege um 10% erhöht. Dies bedeutet konkret eine Erhöhung des Betrages von 1.612€ pro Jahr auf 1.774€ pro Jahr. Außerdem kann das Kurzzeitpflegebudget bei Bedarf auf 3.386€ pro Jahr mit Mitteln aus der Verhinderungspflege aufgestockt werden.

 

Pflegeheimkosten

Ab dem 01. Januar 2022 erhalten pflegebedürftige Personen mit Pflegegrad 2 bis 5 einen Leistungszuschuss zu der vollstationären Versorgung. Der Zuschuss wird an dem Eigenanteil der Pflegekosten bemessen und ist nach Jahren gestaffelt:

  • bis 12 Monate vollstationäre Versorgung:              5% Zuschuss
  • mehr als 12 Monate vollstationäre Versorgung:  25% Zuschuss
  • mehr als 24 Monate vollstationäre Versorgung:  45% Zuschuss
  • mehr als 36 Monate vollstationäre Versorgung:  70% Zuschuss

 
! Wichtig: Bezuschusst werden nur die pflegebedingten Aufwendungen. Weiterhin nicht bezuschusst werden die weiteren, teilweise erheblichen Kosten für die Bewohner:innen, wie Unterkunfts- und Verpflegungskosten, die Ausbildungsumlage und die Investitionskosten.

 

Übergangspflege

Durch die Pflegereform 2021 ist ein neues Angebot für die Versorgung pflegebedürftiger Menschen nach einem Krankenhausaufenthalt geschaffen worden. Wenn nach einem Krankenhausaufenthalt keine angemessene Versorgung sichergestellt werden kann, gibt es die Möglichkeit die Übergangspflege zu nutzen.
Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn keine Kurzzeitpflege oder ambulante Versorgung verfügbar ist. Tritt so eine Situation ein, haben Betroffene in dem Krankenhaus in dem sie behandelt wurden Anspruch auf bis zu 10 Tage Übergangspflege.