Unterstützung bei der Pflege

Kurzzeit-, Verhinderungs- oder Tagespflege - zur Entlastung gibt es viele Möglichkeiten. Im Bild: Porträt ältere Frau
Wer ständig jemanden pflegt, braucht auch einmal Zeit für sich.

Pflege auf Zeit – Hilfe für pflegende Angehörige

Wer Tag für Tag rund um die Uhr pflegt, benötigt auch Zeit für sich oder fällt vielleicht sogar selbst einmal wegen einer Erkrankung aus. In diesen Situationen ist es wichtig, die pflegebedürftige Person  gut versorgt zu wissen.

Pflege auf Zeit soll pflegende Angehörige entlasten, wenn sie abwesend oder verhindert sind. Hierzu gehören:

 

Kurzzeitpflege


Sind Sie für eine kurze, absehbare Zeit nicht in der Lage, die Pflege durchzuführen, kann die pflegebedürftige Person während dieses Zeitraums in eine Einrichtung der Kurzzeitpflege ziehen.  

Wichtig: Kümmern Sie sich frühzeitig um einen freien Platz. Die Einrichtungen sind sehr nachgefragt und Plätze schnell vergeben. Leistungen der Kurzzeit- und Tagespflege müssen im Vorfeld bei der Pflegekasse beantragt werden.
 

Welche Kosten der Kurzzeitpflege werden übernommen?

Ab Pflegegrad 2 zahlt die Pflegekasse für Leistungen der Kurzzeitpflege 1.612 Euro für maximal acht Wochen jährlich. Übernommen werden die Kosten für allgemeine Pflegeleistungen wie Körperpflege, Hilfen beim Essen und die soziale Betreuung.

Selbst zu finanzieren sind die Unterkunft und Verpflegung sowie die Bereitstellung des Pflegeplatzes, die sogenannten Investitionskosten. Diese können über den Entlastungsbetrag von 125 Euro mitfinanziert werden. Sollte der Eigenanteil nicht aus eigenen Mitteln aufgebracht werden können, kann die Finanzierung durch einen Antrag auf „Hilfe zur Pflege“ beim Sozialamt gesichert werden.

Verhinderungspflege (Ersatzpflege)

Verhinderungspflege - eine Möglichkeit sich eine Auszeit zu nehmen. Im Bild: älterer Mann auf Bettkante
Verhinderungspflege – kurze Auszeiten für pflegende Angehörige

Kurzfristiger Ausfall der Pflegeperson

Manchmal können Sie plötzlich und unerwartet die Pflege nicht selbst leisten und benötigen Ersatz.

Damit die pflegebedürftige Person in ihrer vertrauten Umgebung bleiben kann und die Pflege durch eine professionelle Pflegekraft oder andere nahestehende Personen sichergestellt ist, zahlt die Pflegekasse diese sogenannte Verhinderungspflege.

Die Verhinderungspflege kann auch stundenweise für kurze Auszeiten von der Pflege eingesetzt werden. Besonders bei der Betreuung von Menschen mit Demenz ist dies hilfreich, wenn Sie als Angehörige beruhigt das Haus verlassen wollen.

Beanspruchen können Sie die Verhinderungspflege ab Pflegegrad 2, bis zu 6 Wochen (42 Tage) im Kalenderjahr.

Die zeitliche Begrenzung entfällt, wenn Sie die Ersatzpflege für weniger als 8 Stunden täglich und nicht an aufeinander folgenden Tagen beanspruchen. Das bedeutet, Sie können an mehr als 42 Tagen Verhinderungspflege beanspruchen, wenn mehrere halbe Tage dabei sind.

Pro Jahr werden maximal 1.612 Euro für die Verhinderungspflege gezahlt.

Voraussetzungen für die Verhinderungspflege

  • Sie pflegen seit mindestens 6 Monaten die pflegebedürftige Person zu Hause, mindestens 10 Stunden pro Woche.
  • Sie erhalten Pflegegeld von der Pflegeversicherung der pflegebedürftigen Person.
  • Die pflegebedürftige Person hat mindestens Pflegegrad 2.

Zahlt die Pflegekasse Pflegegeld, wird dieses für die Zeit der Verhinderungspflege halbiert. Bei der stundenweisen Verhinderungspflege wird das normale Pflegegeld in voller Höhe weitergezahlt.

Helfen Familienangehörige zweiten Grades, zum Beispiel Enkel, Schwiegerkinder oder Personen, die im Haushalt des Pflegebedürftigen wohnen, sind die Beträge geringer. Die Helfenden erhalten dann nur Verhinderungspflege in Höhe des Pflegegeldes für den Zeitraum ausbezahlt, in dem sie helfen – maximal jedoch für bis zu 6 Wochen. Zusätzlich können Verwandte ihre notwendigen angefallenen Kosten bei der Pflegekasse geltend machen, zum Beispiel Fahrtkosten oder Verdienstausfall. Insgesamt dürfen 1.612 Euro pro Jahr jedoch nicht überschritten werden.

Für Leistungen der Verhinderungspflege muss nicht zwingend im Vorfeld ein Antrag gestellt und von der Pflegekasse genehmigt werden. Eine Antragstellung ist also auch rückwirkend möglich.
 
Tipps:

  • Sammeln Sie alle Belege und Nachweise, die mit der Verhinderungspflege zusammenhängen und reichen diese bei der Pflegekasse zur Abrechnung ein.
     
  • Eine Kombination der Leistungen für Kurzzeit- und Verhinderungspflege ist möglich. Schöpfen Sie die finanziellen Mittel aus der Verhinderungspflege nicht komplett oder gar nicht aus, können Sie diese stattdessen für die Finanzierung der Kurzzeitpflege nutzen. Die Pflegekasse übernimmt dann bis zu 3.224 Euro im Jahr.

    Umgekehrt können 806 Euro aus den Mitteln der Kurzzeitpflege auf die Verhinderungspflege übertragen werden. So stehen Ihnen dafür 2.418 Euro jährlich zur Verfügung: 1.612 Euro für die Verhinderungspflege plus 806 Euro aus den Mitteln für die Kurzzeitpflege.

 

Tagespflege

Stundenweise Betreuung von Pflegebedürftigen

In einer Tagespflegeeinrichtung wird die zu pflegende Person stundenweise betreut. Das gibt Ihnen als Pflegeperson zum Beispiel die Möglichkeit, einer Berufstätigkeit nachzugehen.

Die Pflegekasse stellt Ihnen für die Unterbringung monatlich zwischen 689 Euro (bei Pflegegrad 2) und 1.995 Euro (bei Pflegegrad 5) zur Verfügung. Sind die Tagespflegesätze nicht vollständig durch die Pflegeleistungen aufgebraucht, übernimmt die Pflegekasse neben den Pflegekosten auch den Transport zur Einrichtung und zurück.

Die Zahlungen für die Tagespflege werden nicht auf das Pflegegeld und die Pflegesachleistungen angerechnet und sind daher ein zusätzliches Angebot. Allerdings müssen Sie zum Beispiel die Kosten für die Verpflegung und Unterkunft sowie den Unterhalt der Einrichtung – sogenannte Investitionskosten – aus eigener Tasche bezahlen.