Bild eines negativen Schnelltests
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Neue Corona-Regelungen ab Juli 2022

Das Wichtigste in Kürze:

  • Pflegende Angehörige und Besucher:innen von Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern haben Anrecht auf kostenlose Corona-Tests
  • Wichtige Corona-Hilfen werden bis zum 31.12.2022 verlängert
  • Beratungsbesuche für Pflegegeldempfänger: abwechselnd möglich als Präsenzbesuch und Video-Konferenz

Pflegende Angehörige: kostenlose Schnelltests und weitere Corona-Hilfen

Unter anderem wegen der enorm hohen Kosten gibt es kostenfreie Schnelltests künftig nur noch für bestimmte Risikogruppen und Menschen, die sich nicht impfen lassen können.

 

Anspruch auf kostenfreie Corona-Schnelltests haben:

 

  • Pflegende Angehörige von Pflegebedürftigen,
  • Besucher:innen von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen
  • (Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen, Pflegeheime, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, Einrichtungen für ambulante Operationen, Dialysezentren, ambulante Pflege, ambulante Dienste oder stationäre Einrichtung der Eingliederungshilfe, Tageskliniken, Entbindungseinrichtungen)
  • Menschen mit Behinderungen und einer Assistenz im Arbeitgebermodell und deren Assistenzkräfte,
  • Kinder bis fünf Jahre,
  • Haushaltsangehörige von nachweislich Infizierten,
  • Schwangere im ersten Trimester,
  • Infizierte, die sich freitesten wollen,
  • sowie alle, die sich nicht impfen lassen können.

 

Für diese Personen gibt es Corona-Bürgertests gegen eine Eigenbeteiligung von 3 €, wenn am Tag, an dem die Testung erfolgt:

  • Kontakt zu einer Person besteht, die das 60. Lebensjahr vollendet hat. Hierzu zählen beispielsweise auch so genannte 24-Stunden-Kräfte (Live-ins).
  • Kontakt zu einer Person besteht, die aufgrund einer Vorerkrankung oder Behinderung ein hohes Risiko aufweist, schwer an COVID-19 zu erkranken
  • eine Veranstaltung in einem Innenraum besucht wird
  • die Corona-Warn-App des RKI eine Warnung mit der Statusanzeige „erhöhtes Risiko“ gesendet hat

 

Wer zu einer dieser Gruppen gehört, muss entsprechende Belege vorlegen oder den Testanlass schriftlich begründen.

 

Wie weise ich als pflegender Angehöriger nach, dass ich Anspruch auf einen kostenlosen Bürgertest habe?

Pflegende Angehörige müssen laut Gesundheitsministerium „gegenüber der Teststelle glaubhaft machen, dass sie einen pflegebedürftigen Angehörigen pflegen, z.B. durch formlose Selbstauskunft oder einen Beleg des Pflegestatus. Bei Besuchen in Pflegeheimen oder Krankenhäusern kann ein kostenloser Test vor Ort gemacht werden oder der Besuch wird der Teststelle gegenüber begründet.

Um den bürokratischen Aufwand für den notwendigen Nachweis zu reduzieren, bietet das Gesundheitsministerium NRW nun ein Musterformular zum Herunterladen an. Mit dieser Selbstauskunft können Sie einen kostenlosen Test in Anspruch nehmen, wenn Sie die Voraussetzungen erfüllt. Auf dem Formular kann unkompliziert angekreuzt werden, zu welcher Risikogruppe man gehört. Also ob man z.B. Besucher:in eines Pflege- oder Krankenhauses ist, ob Pflegende:r Angehörige:r oder Leistungsberechtigte:r im Rahmen eines Persönlichen Budgets.

Zugleich weist das Land darauf hin, dass es sich um eine Handlungshilfe und nicht um ein offizielles Dokument handelt, das Teststellen akzeptieren oder verwenden müssen. Das heißt, dass Testzentren auch offizielle Dokumente und Nachweise einfordern können. Das könnten z.B sein: eine schriftliche Bestätigung der Pflege-/Krankenkasse, eine Kopie des MD-Gutachtens mit Eintrag der Pflegeperson, eine Kopie des neuestens Beratungsprotokolls nach §37.3 oder der Bescheid der Pflegekasse zur Pflegerente.

 

Nachweis-Formulare für kostenlose Bürger-Tests

Hier finden Sie das Muster-Formular „Selbstauskunft Bürgertestung“ des Landes-Gesundheitsministeriums NRW“ für alle Anspruchsberechtigten:
Formular „Selbstauskunft Bürgertestung“ [externer Link].

Auch das Bundesgesundheitsministerium bietet ein Formular an (Formblatt Pflegeeinrichtung), das Sie als Besucher:in eines Pflegeheimes oder Krankenhauses nutzen können. Sie füllen das Formular aus und lassen es sich von der Einrichtung abstempeln. Bei regelmäßigen Besuchen im Pflegeheim können Sie auch alle zukünftigen Besuche bestätigen lassen. Alternativ bieten die Einrichtungen kostenlose Testmöglichkeiten vor Ort an.
Das PDF-Formular können Sie hier herunterladen [externer Link].

 

Weitere Verlängerung aktueller Corona-Hilfen

  1. Für Pflegebedürftige des Pflegegrades 1 soll ein möglichst flexibler Einsatz des Entlastungsbetrages ermöglicht werden, um Corona-bedingte Versorgungsengpässe zu vermeiden. Daher können Pflegebedürftige im Pflegegrad 1 den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 EUR – unabhängig von den derzeit geltenden Vorgaben nach Landesrecht – auch anderweitig verwenden. Andere Hilfen können professionelle Angebote oder auch nachbarschaftliche Hilfe sein. Diese Regelung gilt bis 31. Dezember 2022.
     
  2. Die Beratungsbesuche für Pflegegeld-Empfänger können künftig abwechselnd als Präsenzbesuch oder per Videokonferenz stattfinden. Dabei gilt: die erstmalige Beratung muss immer als persönliches Gespräch vor Ort in der Häuslichkeit stattfinden. Danach kann jede zweite Beratung per Videokonferenz erfolgen. Eine Beratung nur per Telefon oder nur per Video ist damit nicht mehr möglich. Die Regelung gilt vom 1. Juli 2022 bis einschließlich 30. Juni 2024.
     
  3. Die Möglichkeit, kurzzeitig eine Arbeitsverhinderung von bis zu 20 Arbeitstagen pro Akutfall in Anspruch zu nehmen, wird bis zum 31. Dezember 2022 verlängert.
     
  4. Auch die Flexibilisierungen im Pflegezeitgesetz und im Familienpflegezeitgesetz, etwa eine kürzere Frist für die Ankündigung der Familienpflegezeit oder die Möglichkeit, diese per E-Mail anzukündigen, werden bis zum 31. Dezember 2022 verlängert.