Pflegeselbsthilfe

Erfahren Sie Unterstützung und Entlastung durch die Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe. Im Bild: ineinandergreifende Hände
Selbsthilfegruppen: Austausch und Entlastung für pflegende Angehörige

Wenn Pflege das Leben verändert

Wer eine angehörige Person pflegt, muss häufig sein eigenes Leben auf die Pflegesituation ausrichten. Dies kann in jeder Hinsicht eine große Herausforderung sein – vor allem dann, wenn ein besonderer Pflegebedarf vorliegt, wie zum Beispiel bei Menschen mit Behinderung oder einer dementiellen Erkrankung.
 

Oft kommt die Pflege von Angehörigen einer Vollzeitbeschäftigung gleich. Die körperliche und seelische Belastung kann auch Auswirkungen auf Ihre Gesundheit haben: Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit, Isolation und Stress sind häufig die Folge.
 

Selbsthilfe bietet Zusammenhalt – keiner ist allein!

Wer pflegebedürftig ist oder jemanden pflegt, hat kaum Gelegenheiten, sich mit anderen auszutauschen, die in einer ähnlichen Situation sind. In Pflegeselbsthilfegruppen treten sowohl pflegende Angehörige als auch Pflegebedürftige miteinander in Kontakt. Hier unterstützen sie sich gegenseitig und entlasten sich beispielsweise über Gespräche.

Tauschen Sie sich aus!

Der Austausch mit anderen Betroffenen kann Sie entlasten und unterstützen, zum Beispiel wenn

  • Sie berufstätig sind und einen Elternteil oder ein Kind pflegen
  • Ihre Partnerin oder Ihr Partner nach einem Unfall pflegebedürftig ist
  • Sie sich mit Menschen austauschen möchten, die in einer ähnlichen Situation leben wie Sie

Pflegende Angehörige, die bereits die Unterstützung durch eine Pflegeselbsthilfegruppe erfahren, sagen dazu:

  • „Ich kann mich aussprechen und weiß, dass es Anderen ähnlich geht.“
  • „Gedankenaustausch und gemeinsame Unternehmungen helfen, die Alltagsprobleme besser zu bewältigen – einfach reden gibt mir Kraft!“.
  • „Der Austausch hilft mir, mich selbst zu entlasten. Wir tauschen Informationen aus und lernen voneinander.“

 

Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe nach dem Patenmodell des Landesverbandes der Alzheimer Gesellschaften NRW e.V.

In Ergänzung zu den Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe (KoPS) in der Datenbank geben wir folgenden Hinweis zum Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe nach dem Patenmodell:

Das Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe (KoPS) nach dem Patenmodell  ist zuständig für alle Kreise und kreisfreien Städte in NRW ohne Kontaktbüro einer lokalen/regionalen Alzheimer Gesellschaft. Aktuell werden durch das KoPS Patenmodell Pflegeselbsthilfegruppen in den Kreisen Steinfurt, Wesel und Borken sowie in der Städteregion Aachen, Rhein-Kreis-Neuss und Münster unterstützt.

Das KoPS Patenmodell hat zwei Dienststandorte mit Hauptstandort in Laer (bei Münster) und Nebenstandort Düsseldorf.

Es werden individuelle Termine nach Wunsch der interessierten Personen verabredet, auch in den Abendstunden. Gerne werden auf Wunsch Termine vor Ort in den jeweiligen Kommunen, auch Hausbesuche durchgeführt.

 

Wer sind pflegende Angehörige?

„Pflegende Angehörige“ können Personen aus der Familie sein, aber auch aus dem Freundes- und Bekanntenkreis oder aus der Nachbarschaft, die einen Mensch ganz oder teilweise pflegen und betreuen, wenn dieser körperlich oder geistig eingeschränkt ist. Der Begriff „pflegende Angehörige“ wird unabhängig von Geschlecht oder anerkanntem Pflegegrad verwendet.

 

"wir pflegen NRW" – Stimme der pflegenden Angehörigen

"wir pflegen NRW" ist als Selbsthilfe-Organisation und Interessenvertretung für pflegende Angehörige in Nordrhein-Westfalen aktiv. Als Stimme der pflegenden Angehörigen will sie deren Anliegen in die Pflegegremien hinein- und an die Politik herantragen, um die Rechte zur Unterstützung in der Familienpflege zu stärken. "wir pflegen NRW" fördert und unterstützt die Entstehung von Selbsthilfe-Initiativen pflegender Angehöriger – sowohl vor Ort als auch digital –, damit diese sich austauschen, vernetzen und stärken können.

Alle Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden sie hier: www.wir-pflegen.nrw

„Pflegeselbsthilfegruppe – ist das etwas für mich?“

Vielleicht haben Sie schon von „Gesprächskreisen“, „Kreisgruppen“, „Stammtischen“ oder „Selbsthilfe“ gehört? Möglicherweise stehen Sie diesen sogar skeptisch gegenüber und denken sich, dass alles nicht so schlimm ist und sie alles selber schaffen?

Sollten Sie aber das Bedürfnis haben, einmal mit anderen Betroffenen über den Pflegealltag ins Gespräch zu kommen, dann sind Sie in einer Pflegeselbsthilfegruppen genau richtig. Hier können Sie Erfahrungen austauschen, Informationen rund um das Thema Pflege erhalten und weitergeben.

Der Austausch mit anderen pflegenden Angehörigen hilft vielen weiter. Vielleicht auch Ihnen? Probieren Sie es aus!

Bei der Suche nach einer geeigneten Pflegeselbsthilfegruppe unterstützen die regionalen „Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe“ kompetent und kostenfrei.

 

 

Was leisten „Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe“?

In Nordrhein-Westfalen gibt es inzwischen eine Vielzahl von Pflegeselbsthilfegruppen. Damit noch viel mehr Menschen dieses Entlastungsangebot nutzen können, hat das Land NRW die sogenannten Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe (KoPS) eingerichtet. Diese haben die Aufgabe, Pflegeselbsthilfegruppen von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen zu gründen, unterstützen und zu begleiten. Aktuell gibt es in NRW 36 geförderte Kontaktbüros.

Ihr örtliches Kontaktbüro gibt Ihnen Informationen zu allen Fragen rund um das Thema Pflegeselbsthilfe in Ihrer Stadt bzw. Ihrem Kreis, zum Beispiel:

  • Angebote von Pflegeselbsthilfegruppen
  • Beratung zum Thema Pflegeselbsthilfe
  • Vermittlung von Interessierten in Pflegeselbsthilfegruppen
  • Beantragung, Annahme und Weiterleitung von Fördermitteln an Pflegeselbsthilfegruppen

Vielleicht möchten Sie auch selbst aktiv werden und eine Pflegeselbsthilfegruppe ins Leben rufen? Ihr örtliches Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe unterstützt sie dabei gern!

 

Wie finde ich ein Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe?

Suchen Sie in unserer Datenbank nach einem Kontakbüro Pflegeselbsthilfe. Im Bild: symbolische Gruppe von Menschen
Es gibt immer mehr Pflegeselbsthilfegruppen – vielleicht auch schon in Ihrer Nähe?

Über die Online-Suche können Sie herausfinden, ob und wo es in Ihrer Nähe ein Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe gibt.
 
Tipp: Finden Sie anhand von Postleitzahl oder der Ortsangabe kein Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe in Ihrer Nähe, erweitern Sie einfach Ihre Suche auf die nächstgrößere Stadt.

Gerne helfen wir Ihnen auch dabei, das nächstgelegene Kontaktbüro zu finden. Rufen Sie einfach kostenlos an: 0800 4040044 (montags bis freitags 9–19 Uhr und samstags 9–14 Uhr).

Eine Gesamtübersicht über alle vorhandenen Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe bietet Ihnen die dynamische Karte.

 

Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe nach dem Patenmodell des Landesverbandes der Alzheimer Gesellschaften NRW e.V.

In Ergänzung zu den Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe (KoPS) in der Datenbank geben wir folgenden Hinweis zum Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe nach dem Patenmodell:

Das Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe (KoPS) nach dem Patenmodell  ist zuständig für alle Kreise und kreisfreien Städte in NRW ohne Kontaktbüro einer lokalen/regionalen Alzheimer Gesellschaft. Aktuell werden durch das KoPS Patenmodell Pflegeselbsthilfegruppen in den Kreisen Steinfurt, Wesel und Borken sowie in der Städteregion Aachen, Rhein-Kreis-Neuss und Münster unterstützt.

Das KoPS Patenmodell hat zwei Dienststandorte mit Hauptstandort in Laer (bei Münster) und Nebenstandort Düsseldorf.

Es werden individuelle Termine nach Wunsch der interessierten Personen verabredet, auch in den Abendstunden. Gerne werden auf Wunsch Termine vor Ort in den jeweiligen Kommunen, auch Hausbesuche durchgeführt.

Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe in NRW

 

 

So nutzen Sie die Karte:
Bedienen können Sie die Karte mit Ihrer PC-Maus. Wenn Sie die Karte vergrößern möchten, klicken Sie zweimal schnell mit Ihrer linken Maustaste. Mit den beiden Zeichen "+" (Zoom in) und "–" (Zoom out) in der linken oberen Ecke der Karte können Sie die Karte ebenfalls verkleinern oder vergrößern. Verfügt Ihre PC-Maus über ein Scroll-Rad, können Sie die Karte auch hiermit verkleinern und vergrößern.

Um die Adresse des Kontaktbüros anzuzeigen, klicken Sie einfach auf die Ortsmarkierung. Dort finden Sie auch einen Link für weitere Informationen wie Ansprechpersonen und Öffnungszeiten.

Förderung von Pflegeselbsthilfegruppen und Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe

Was sind Pflegeselbsthilfegruppen im Sinne des Förderangebotes?

Nach dem Förderangebot 13 (§ 45d SGB XI) des Landes NRW werden Pflegeselbsthilfegruppen definiert als „freiwillige Zusammenschlüsse von Menschen auf wohnortnaher Ebene, deren Aktivitäten sich aus eigener Betroffenheit oder als Angehörige auf die gemeinsame Bewältigung der Pflegesituation richten.“

In Pflegeselbsthilfegruppen schließen sich pflegebedürftige Menschen und/oder deren Angehörige sowie vergleichbar Nahestehende zusammen. Ziel ist es, ihre persönliche Lebensqualität durch gegenseitige Unterstützung und Erfahrungsaustausch zu verbessern. Außerdem soll die mit der Pflegesituation verbundene Isolation und gesellschaftliche Ausgrenzung zu durchbrechen.

Wer wird gefördert und was sind die Voraussetzungen?

Gefördert werden Pflegeselbsthilfegruppen, die

  • ein Zusammenschluss von mindestens sechs Personen sind,
  • regelmäßige Treffen anbieten,
  • Transparenz über Ziele und Inhalte der Gruppenarbeit geben,
  • auf Dauer angelegt sind.

Pflegeselbsthilfegruppen können angeleitet oder moderiert werden.

Der Förderbetrag liegt bei 600 Euro im Jahr. Eine Förderung ist ausgeschlossen, wenn die Pflegeselbsthilfegruppe bereits nach §20h SGB V oder §82b SGB XI gefördert wird.

Was sind „Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe“ im Sinne des Förderangebotes?

„Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe“ sind Beratungsangebote auf örtlicher oder regionaler Ebene, die Selbsthilfegruppen von Pflegebedürftigen, Angehörigen und vergleichbar Nahestehenden begleiten und beraten:

  • fachlich – methodische Anleitung
  • infrastrukturell – Räume
  • strategisch – Gruppenneugründung, Erhalt/Stabilisierung von vorhandenen Gruppen

 

Was wird gefördert und was sind die Voraussetzungen?

Gefördert werden Ausgaben, die die Arbeit der „Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe“ unterstützen. Dazu zählen beispielsweise Raummiete, Büroausstattung, Schulungen und sonstige Personal- und Sachausgaben.

Zusätzlich sind Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit, zum Beispiel Publikationen oder Veranstaltungen, in Höhe von 1.500 Euro im Jahr förderbar.

 

Wer kann „Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe“ werden?

Gefördert und anerkannt werden frei-gemeinnützige oder kommunale Trägerinnen und Träger. Das Land NRW unterstützt diese durch die Förderung in ihren sachlichen und personellen Ressourcen.

Besonders zu beachten sind dabei:

  • Eine angemessene Organisationsstruktur: mindestens eine hauptamtliche Fachkraft, eigenständige, öffentliche und barrierearme Räume, festgelegte Öffnungszeiten.
  • Umfassende Kenntnisse der Bedarfe pflegender Angehöriger in ihrer eigenen Rolle.
  • Umfassender Überblick über Pflegestruktur und -angebote vor Ort.
  • Erfahrung in der Selbsthilfearbeit durch Betreuung von mindestens fünf Selbsthilfegruppen oder die gleichzeitige Trägerschaft einer Selbsthilfekontaktstelle nach § 20h SGB V.
  • Klare Abgrenzung des „Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe“, wenn dessen Träger gleichzeitig Träger einer Selbsthilfe-Kontaktstelle nach § 20h SGB V oder anderer Angebote ist.
Wie hoch ist der Förderbetrag und wie erfolgt die Förderung?

Bei gleichzeitiger Trägerschaft einer geförderten Selbsthilfekontaktstelle (nach § 20h SGB V) beträgt die Förderung 20.000 Euro im Jahr (Sockelfinanzierung). Ab der elften Pflegeselbsthilfegruppe werden zusätzlich 1.000 Euro pro Pflegeselbsthilfegruppe gewährt.

Für alle anderen Träger erfolgt die Förderung des Kontaktbüros über die Anzahl der betreuten Pflegeselbsthilfegruppen. Diese liegt bei 1.500 Euro pro betreute Pflegeselbsthilfegruppe. Um als Kontaktbüro anerkannt zu werden, muss man mindestens fünf Pflegeselbsthilfegruppen betreuen.

In beiden Fällen beträgt der maximale Förderbetrag 30.000 Euro. Die Förderung erfolgt als Festbetragsfinanzierung.

Welche Aufgaben nehmen „Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe“ wahr?

Die Aufgaben der „Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe“ sind äußerst vielfältig:

  • Sie schaffen Transparenz über örtliche Selbsthilfe-Angebote.
  • Sie beraten, begleiten, vernetzen und qualifizieren bestehende (freie) lokale Pflegeselbsthilfegruppen.
  • Sie initiieren neue quartiersnahe Angebote zum Erfahrungsaustausch im Sinne von § 17 Abs. 2 APG NRW.
  • Sie helfen bei der Organisation der (ehrenamtlichen) Betreuung von zu Pflegenden, während pflegende Angehörige an einem Gruppentreffen teilnehmen.
  • Sie machen Erfahrungswissen, zum Beispiel ehemaliger pflegender Angehöriger, zur Einbindung in lokale Gruppen nutzbar.
  • Sie übernehmen die Beantragung, Annahme und Weiterleitung von Fördermitteln für lokale Gruppen.
  • Sie kooperieren mit lokalen Pflegeberatungs-, Unterstützungs- und Entlastungsstrukturen.
  • Sie fördern die Vernetzung von Pflegeselbsthilfe und Ehrenamt.
  • Sie vernetzen sich mit lokalen Selbsthilfestrukturen nach SGB V.
  • Sie koordinieren die Pflegeselbsthilfe in ihrem regionalen Zuständigkeitsbereich im Einvernehmen mit anderen ggf. für dasselbe Gebiet anerkannten „Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe“.
  • Sie führen lokale Veranstaltungen durch und leisten Öffentlichkeitsarbeit.
  • Sie kooperieren mit der Kommune, der lokalen Seniorenvertretung, dem regional zuständigen Demenz-Service-Zentrum.
  • Sie arbeiten in der „Kommunalen Konferenz Alter und Pflege“ (§8 Abs. 3 Nummer 10 APG NRW) mit.
  • Sie arbeiten eng mit der landesweiten Koordinierung der „Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe“ zusammen.
Wer hilft Ihnen bei weiteren Fragen?

Wenn Sie mehr über die Anforderungen wissen möchten, wenden Sie sich gerne an die KoNAP-Landeskoordinierungsstelle.
E-Mail: konap[at]verbraucherzentrale.nrw