Pflegeberatung - sie steht Ihnen zu!

Die kostenlose Pflegeberatung bietet Hilfe bei der Organisation und Finanzierung der Pflege! Im Bild: Beraterin mit Ehepaar am Tisch
Die kostenlose Pflegeberatung bietet Hilfe bei der Organisation und Finanzierung der Pflege

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Pflegeberatung steht Ihnen zu, sobald Sie einen Antrag bei der Pflegekasse gestellt haben, oder wenn bei Ihnen ein erkennbarer Hilfe- oder Pflegebedarf besteht.
  • Angehörige können sich ebenfalls beraten lassen, wenn die pflegebedürftige Person zugestimmt hat.
  • Die Pflegeberatung bietet eine individuelle Beratung für Ihre persönliche Situation, damit Sie genau die Hilfen erhalten, die Sie benötigen.
  • Die Pflegeberatung umfasst grundsätzlich sämtliche Leistungen der Pflegekasse sowie andere Leistungen bei der Organisation der Pflege.
  • Bei pflegebedürftige Personen, die zu Hause leben und ausschließlich Pflegegeld erhalten, muss  in regelmäßigen Abständen eine Beratung zur Pflege stattfinden

 

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Kann ich eine Pflegeberatung in Anspruch nehmen?
  2. Warum sollte ich mich beraten lassen?
  3. Was umfasst eine Pflegeberatung?
  4. Wo finde ich eine passende Pflegeberatung für mich?
  5. Wie verläuft das Beratungsgespräch?
  6. Beratungspflicht für Pflegegeldempfänger - was ist das?

 

Kann ich eine Pflegeberatung in Anspruch nehmen?

In Deutschland gibt es einen Anspruch auf kostenlose Beratung zum Thema Pflege. Wenn Sie pflegeversichert sind und Leistungen der Pflegekasse beziehen, haben Sie gegenüber Ihrer Pflegekasse oder privaten Pflegeversicherung das Recht auf umfassende, unabhängige und kostenlose Pflegeberatung nach §7a SGB XI durch die Pflegekassen.

! Wichtig: Dieser Anspruch gilt auch für Versicherte, die zwar noch keine Leistungen aus der Pflegekasse beziehen, aber bereits einen Antrag darauf gestellt haben, oder bei denen ein erkennbarer Hilfe- oder Pflegebedarf besteht. Auch pflegende Angehörige können sich beraten lassen, wenn die pflegebedürftige Person zugestimmt hat.

+Tipp: Wir empfehlen in jedem Fall die Pflegeberatung zu nutzen, um zu erfahren, welche Leistungen Ihnen zustehen und welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt.

 

Warum sollte ich mich beraten lassen?

In der Pflegeberatung erfahren Sie, was Ihnen im Falle einer Pflegebedürftigkeit von der Pflegekasse zusteht und wie die Pflege organisiert werden kann. Die Pflegeberatung bietet Ihnen eine ausführliche, individuelle Beratung für Ihre persönliche Situation, damit Sie genau die Hilfen erhalten, die Sie benötigen.

Wichtig zu wissen:

  • Lassen Sie sich beraten, bevor Sie den Antrag auf Pflegeleistungen stellen. Wichtige Entscheidungen zur Organisation der Pflege können Sie mit der Pflegeberatung treffen - sogar der Besuch des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung lässt sich frühzeitig vorbereiten.
  • Nutzen Sie das Pflegeberatungsangebot! So erfahren Sie, welche Leistungen Ihnen zustehen und welche Unterstützung es gibt, um die Pflege zu organisieren und pflegende Angehörige zu entlasten.

 

Was umfasst die Pflegeberatung?

Neben der Leistungen der Pflegekasse umfasst die Pflegeberatung beispielsweise folgende Themen:

  • Organisation der Pflege (ambulant, stationär)
  • Entlastung von pflegenden Angehörigen (Kur- und Rehamaßnahmen, berufliche Auszeiten)
  • Alternative Wohnformen
  • Wohnumfeldverbesserende Maßnahmen
  • Pflegehilfsmittel
  • Informationen rund um die Vorsorgevollmacht

 

Wo finde ich eine passende Beratung für mich?

Informationen und Beratung zu Thema Pflege bieten Pflegekassen, Pflegestützpunkte, Wohlfahrtsverbände bzw. Compass Private Pflegeberatung  (für Privatversicherte) an. Mehr als 400 Beratungsstellen führen In Nordrhein-Westfallen die Beratung rund um das Thema Pflege durch.
Wo es in Ihrer Nähe eine passende Beratungsstelle gibt, finden Sie in unserer Datenbank.

Kontaktieren Sie ihre Pflegekasse für eine individuelle, kostenfreie Pflegeberatung durch die Pflegekasse.

+Tipp: Haben Sie einen Antrag auf Leistungen der Pflegekasse gestellt, muss diese Ihnen oder der bevollmächtigten Person innerhalb von 2 Wochen eine Pflegeberatung – ggfs. auch bei Ihnen zu Hause – anbieten und eine Kontaktperson oder Beratungsstelle benennen.
Falls Ihre Pflegekasse keine eigene Pflegeberaterin oder keinen Pflegeberater nennen kann, stellt sie einen Gutschein für Pflegeberatung aus. In diesem Fall muss die Pflegekasse Ihnen Beratungsstellen nennen, bei denen dieser Gutschein eingelöst werden kann.

 

Wie verläuft das Pflegeberatungsgespräch?

Im Rahmen des Pflegeberatungsgesprächs ermittelt ein:e Pflegeberater:in Ihre aktuelle Situation, Probleme und Ihren Unterstützungsbedarf im Alltag. Die Informationen werden in einem sogenannten Vorsorgeplan festgehalten. Das ist wichtig, damit Sie genau die Hilfen erhalten, die Sie benötigen. Anschließend wird besprochen, ob es nahestehende Personen gibt, die die Pflege unterstützen oder ganz übernehmen wollen, und welche Unterstützungsmöglichkeiten es außerdem gibt.

Der Versorgungsplan dient dazu, die Organisation der Pflege zu dokumentieren und alle Möglichkeiten und konkreten Hilfen für die Sicherstellung der Pflege schriftlich festzuhalten. Bei Veränderungen der Pflegesituation oder des Zustands der pflegebedürftigen Person wird der Versorgungsplan angepasst. 

Berücksichtigt werden dabei:

  • die gesundheitliche Situation der pflegebedürftigen Person
  • die Wohn- und Lebenssituation der pflegebedürftigen Person und ggf. der pflegenden Angehörigen
  • der Hilfe- und Unterstützungsbedarf
  • Entlastungsmöglichkeiten der Angehörigen oder weiteren Person
  • ggf. Präventions- und Rehabilitationsempfehlungen.

Auch die Alltagsbewältigung und Aufgabenverteilung im Bereich der Pflege werden mit den Pflegebedürftigen und deren Angehörigen besprochen.

Nach der Ermittlung des Unterstützungsbedarfs werden die Ziele und Maßnahmen mit den pflegenden Angehörigen und den Pflegebedürftigen festgelegt. Außerdem wird  zu möglichen Unterstützungsangeboten beraten, wie zum Beispiel:

  • Finanzierung der Pflege  (zum Beispiel Pflegesachleistungen, Pflegegeld unsw.)
  • Unterstützungen im Alltag (Abrechnung über den Entlastungsbetrag 125 Euro/Monat)
  • (Pflege-)Hilfsmittel (zum Beispiel Desinfektionsmittel, Rollstühle und Pflegebetten)
  • Prävention und Gesundheitsförderung (zum Beispiel Kurse zur Gesundheitsförderung, Bewegung und Ernährung)

+Tipp: Auf Wunsch findet die Beratung telefonisch oder auch bei Ihnen zu Hause statt. Fragen Sie bei der Terminvergabe direkt nach einem Hausbesuch.

 

Beratungspflicht für Pflegegeldempfänger. Was ist das?

Bei

  • pflegebedürftigen Personen,
  • die zu Hause leben und
  • ausschließlich Pflegegeld erhalten,

muss  in regelmäßigen Abständen eine Beratung zur Pflege stattfinden (§ 37 Absatz 3 SGB XI). Nur wenn dieser Besuch regelmäßig stattfindet, wird das Pflegegeld weiterhin ausgezahlt. Wird der verpflichtende Beratungsbesuch nicht durchgeführt, kann die Pflegekasse die Zahlung des Pflegegeldes einstellen Dies dient zur Überprüfung der Pflege, also ob eine pflegebedürftige Person ausreichend gut versorgt wird.

+Tipp: Nutzen Sie den Beratungsbesuch außerdem dafür, sich als pflegende:r Angehörige:r beraten zu lassen. Zum Beispiel, wie Sie während der Pflege gesund bleiben oder welche Hilfsmittel sinnvoll sind.

Der Beratungsbesuch findet meistens zu Hause statt. Dabei wird die Beratung vom ambulanten Pflegedienst oder von der Pflegekasse (bzw. durch ein von der Pflegekasse beauftragten Unternehmen) durchgeführt.
Bei Pflegegrad 2 und 3 muss der Beratungsbesuch alle 6 Monate durchgeführt werden, bei Pflegegrad 4 und 5 alle 3 Monate.