Pflegeberatung

Die kostenlose Pflegeberatung steht jedem zu - auch Ihnen! Im Bild: Beraterin mit Ehepaar am Tisch
Die kostenlose Pflegeberatung steht jedem zu – auch Ihnen!

Ihr Recht auf Pflegeberatung – unabhängig und kostenlos

Sie sind pflegeversichert und benötigen Leistungen der Pflegekasse? Dann haben Sie das Recht auf umfassende, unabhängige und kostenlose Pflegeberatung durch die Pflegekassen beziehungsweise Ihre private Pflegeversicherung.

Gleiches gilt für Versicherte, die zwar noch keine Pflegeleistungen beziehen, aber schon einen Antrag darauf gestellt haben, oder bei denen ein erkennbarer Hilfe- oder Pflegebedarf besteht.

Angehörige oder Pflegepersonen können sich ebenfalls beraten lassen, wenn die pflegebedürftige Person zugestimmt hat.
 

Tipps:

  • Nutzen Sie das Beratungsangebot! So erfahren Sie, welche Leistungen Ihnen zustehen und welche Unterstützung es gibt, um die Pflege zu organisieren und pflegende Angehörige zu entlasten.
  • Lassen Sie sich beraten, bevor Sie den Antrag auf Pflegeleistungen stellen, da dann wichtige Entscheidungen zur Organisation der Pflege getroffen werden müssen.
  • Auf Wunsch findet die Beratung telefonisch oder auch bei Ihnen zu Hause statt. Fragen Sie bei der Terminvergabe direkt nach einem Hausbesuch.

Haben Sie festgelegt, wer sich um Ihre Angelegenheiten kümmern soll, falls Sie selbst es nicht mehr können? Auch hierzu können Sie sich in Ihrer Pflegeberatungsstelle beraten lassen. Einen ersten Überblick zur Vorsorgevollmacht können Sie sich bei uns verschaffen!

 

 

Wo finde ich Pflegeberatungsstellen?

In Nordrhein-Westfalen führen mehr als 400 Beratungsstellen und Pflegestützpunkte die Beratung zur Pflege durch. Die Pflegestützpunkte finden Sie in vielen Kreisen und kreisfreien Städten in Nordrhein-Westfalen. 

Nutzen Sie die Online-Suche, um die für Sie passende und zuständige Pflegeberatungsstelle zu finden.

Oder rufen Sie gebührenfrei an: 0800 4040044 (montags bis freitags 9–19 Uhr und samstags 9–14 Uhr).

Wie komme ich zu einer Pflegeberatung bei der Pflegekasse?

Der Anspruch auf Pflegeberatung ist im Sozialgesetzbuch geregelt (§7a SGB XI). Haben Sie einen Antrag auf Leistungen der Pflegekasse gestellt, muss diese Ihnen oder der bevollmächtigten Person innerhalb von 2 Wochen eine Pflegeberatung – ggfs. auch bei Ihnen zu Hause – anbieten und eine Kontaktperson oder Beratungsstelle benennen.

>> Kontaktdaten der Pflegekassen für die Pflegeberatung

Falls Ihre Pflegekasse keine eigene Pflegeberaterin oder keinen Pflegeberater nennen kann, stellt sie einen Gutschein für Pflegeberatung aus. In diesem Fall muss die Pflegekasse Ihnen Beratungsstellen nennen, bei denen dieser Gutschein eingelöst werden kann.

Hinweis: Die Pflegeberatung nach §7a SGB XI ist ein kostenloses Angebot der Pflegekasse.
 

Pflegeberatungsgespräch

Ermittlung des Hilfebedarfs

Im Pflegeberatungsgespräch ermittelt eine Pflegeberaterin oder ein -berater Ihre aktuelle Situation, Schwierigkeiten und Ihren Unterstützungsbedarf im Alltag. Das ist wichtig, damit Sie genau die Hilfen erhalten, die Sie benötigen.

Es wird geklärt, ob es nahestehende Personen gibt, die die Pflege unterstützen oder ganz übernehmen wollen, und welche weiteren Unterstützungsmöglichkeiten es gibt.
 

Wie wird die Pflege organisiert?

In einem sogenannten Versorgungsplan wird festgehalten, wie die Pflege organisiert werden soll. Der Plan umfasst alle Möglichkeiten und konkreten Hilfen, die die Pflege sicherstellen sollen. Bei Veränderungen der Pflegesituation oder des Zustands der pflegebedürftigen Person wird der Versorgungsplan angepasst.  

Auch die Bewältigung des Alltags und die Aufgabenverteilung bei der Pflege werden mit den Pflegebedürftigen und deren Angehörigen besprochen.

Berücksichtigt werden im Versorgungsplan:

  • die gesundheitliche Situation der pflegebedürftigen Person
  • die Wohn- und Lebenssituation der pflegebedürftigen Person und ggf. der pflegenden Angehörigen
  • der Hilfe- und Unterstützungsbedarf
  • Entlastungsmöglichkeiten für Angehörige oder weitere pflegende Personen
  • gegebenenfalls Präventions- und Rehabilitationsempfehlungen

Beratung zu Hilfsangeboten

Passende Unterstützung für Ihre persönliche Situation. Im Bild: Haushaltssituation.
Ihr persönlicher Unterstützungsbedarf wird ermittelt.

Welche Maßnahmen zur Pflege und Unterstützung sind nötig?

Nachdem der Unterstützungsbedarf ermittelt ist, werden die Pflegeziele und -maßnahmen mit den pflegenden Angehörigen und den Pflegebedürftigen festgelegt.

Beraten wird auch zu möglichen Unterstützungsangeboten, zum Beispiel:

  • Pflegerische Hilfe – zum Beispiel Pflegesachleistungen, Pflegegeld, Möglichkeiten auf Anspruch des Entlastungsbetrags
  • Ambulante, stationäre oder mobile Rehabilitation – beispielsweise, um die Mobilität zu erhalten oder wiederherzustellen, Schmerzen zu vermindern oder die Integration in den Alltag zu erleichtern
  • (Pflege-)Hilfsmittel – zum Beispiel Desinfektionsmittel, Rollstühle und Pflegebetten
  • Prävention und Gesundheitsförderung – zum Beispiel Kurse zur Gesundheitsförderung, Bewegung und Ernährung

Für pflegende Angehörige ist die Beratung zu Entlastungsmöglichkeiten besonders wichtig. Hierzu zählen Pflegekurse, Maßnahmen zur Prävention und Rehabilitation oder auch die Kurzzeitpflege.

Tipp: Viele Menschen möchten so lange wie möglich in der eigenen Wohnung leben. Sehr wichtig ist daher eine Beratung zur Organisation der Pflege, die auch Notfälle berücksichtigt. Je besser die ambulante Versorgung organisiert ist, umso größer ist die Chance, dass sich die Unterbringung in einem Pflegeheim vermeiden lässt.