Pflegeberatung

Die kostenlose Pflegeberatung bietet Hilfe bei der Organisation und Finanzierung der Pflege! Im Bild: Beraterin mit Ehepaar am Tisch
Die kostenlose Pflegeberatung bietet Hilfe bei der Organisation und Finanzierung der Pflege

Ihr Recht auf Pflegeberatung – unabhängig und kostenlos

Sie benötigen Hilfe und Unterstützung für die Bewältigung des Alltags und sind in Ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt? Möglicherweise sind Sie pflegebedürftig und benötigen Leistungen von der Pflegekasse. Dann haben Sie das Recht auf umfassende, unabhängige und kostenlose Pflegeberatung durch die Pflegekassen beziehungsweise Ihre private Pflegeversicherung. In der Pflegeberatung erfahren Sie, was Ihnen im Falle einer Pflegebedürftigkeit von der Pflegekasse zusteht und wie die Pflege organisiert werden kann.

Die Pflegeberatung steht Ihnen zu, sobald Sie einen Antrag bei der Pflegekasse gestellt haben, oder wenn bei Ihnen ein erkennbarer Hilfe- oder Pflegebedarf besteht. Angehörige können sich ebenfalls beraten lassen, wenn die pflegebedürftige Person zugestimmt hat.


 

⇒ Aktueller Hinweis zur Pandemie mit COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2)

Unter den derzeitigen Bedingungen der Corona-Krise findet die Pflegeberatung zu Ihrem und zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsstellen meist telefonisch und/oder schriftlich statt.

 

Warum sollte ich mich beraten lassen?

Bei der Pflegekasse gibt es unterschiedliche Leistungsarten. Je nachdem, ob Sie in einem Pflegeheim leben oder von einem Angehörigen oder Pflegedienst zu Hause gepflegt werden, stehen Ihnen unterschiedliche Hilfen und Beträge zu. Zusätzlich zu den monatlichen Leistungen können Sie Beträge unter anderem für eine Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege oder den Umbau der Wohnung abrufen. Einige Pflegebedürftige nutzen den Ihnen zustehenden Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich nicht, weil sie nicht wissen, für welche Hilfen sie ihn einsetzen können. Häufig wissen sie auch nicht, welche Angebote sie nutzen können. Im Angebotsfinder des Landes NRW [externer Link] finden Sie die Angebote zur Unterstützung im Alltag in Ihrer Nähe, für die Sie den Entlastungsbetrag verwenden können.

Die Pflegeberatung klärt Sie darüber auf, was Ihnen von der Pflegekasse zusteht und gibt Tipps, welche Modelle der Versorgung möglich sind. In der Beratung wird besprochen, wie Sie die Leistungen am besten für sich einsetzen können, so dass die Versorgung nach Ihren Bedürfnissen und Wünschen organisiert werden kann.


Tipps:

  • Lassen Sie sich beraten, bevor Sie den Antrag auf Pflegeleistungen stellen. Wichtige Entscheidungen zur Organisation der Pflege können Sie mit der Pflegeberatung treffen - sogar der Besuch des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung lässt sich frühzeitig vorbereiten.
  • Nutzen Sie das Pflegeberatungsangebot! So erfahren Sie, welche Leistungen Ihnen zustehen und welche Unterstützung es gibt, um die Pflege zu organisieren und pflegende Angehörige zu entlasten.
  • Auf Wunsch findet die Beratung telefonisch oder auch bei Ihnen zu Hause statt. Fragen Sie bei der Terminvergabe direkt nach einem Hausbesuch.

Haben Sie festgelegt, wer sich um Ihre Angelegenheiten kümmern soll, falls Sie selbst es nicht mehr können? Auch hierzu können Sie sich in Ihrer Pflegeberatungsstelle beraten lassen. Einen ersten Überblick zur Vorsorgevollmacht können Sie sich bei uns verschaffen!

 

                                Wo finde ich Pflegeberatungsstellen?

In Nordrhein-Westfalen führen mehr als 400 Beratungsstellen und Pflegestützpunkte die Beratung zur Pflege durch. Die Beratungsstellen befinden sich überwiegend in Trägerschaft der Kommunen und Wohlfahrtsverbände. Die Pflegestützpunkte, welche in einigen Kreisen und kreisfreien Städten in Nordrhein-Westfalen eingerichtet wurden, werden von der jeweiligen Kommune und den Pflegekassen getragen. 

Nutzen Sie die Online-Suche, um die für Sie passende und zuständige Pflegeberatungsstelle zu finden.

Oder rufen Sie gebührenfrei an: 0800 4040044 (montags, dienstags, mittwochs und freitags 9–12 Uhr und donnerstags von 14-17 Uhr).

 

Wie komme ich zu einer Pflegeberatung bei der Pflegekasse?

Sie können sich auch von Ihrer Pflegekasse beraten lassen. Der Anspruch auf Pflegeberatung ist im Sozialgesetzbuch geregelt (§7a SGB XI). Haben Sie einen Antrag auf Leistungen der Pflegekasse gestellt, muss diese Ihnen oder der bevollmächtigten Person innerhalb von 2 Wochen eine Pflegeberatung – ggfs. auch bei Ihnen zu Hause – anbieten und eine Kontaktperson oder Beratungsstelle benennen.

>> Kontaktdaten der Pflegekassen für die Pflegeberatung

Falls Ihre Pflegekasse keine eigene Pflegeberaterin oder keinen Pflegeberater nennen kann, stellt sie einen Gutschein für Pflegeberatung aus. In diesem Fall muss die Pflegekasse Ihnen Beratungsstellen nennen, bei denen dieser Gutschein eingelöst werden kann.

Hinweis: Die Pflegeberatung nach §7a SGB XI ist ein kostenloses Angebot der Pflegekasse.

Pflegeberatungsgespräch

 

Im Pflegeberatungsgespräch besprechen Sie mit einer Pflegeberaterin oder einem -berater Ihre aktuelle Situation, Schwierigkeiten und Ihren Unterstützungsbedarf im Alltag. Das ist wichtig, damit Sie genau die Hilfen erhalten, die Sie benötigen.

Es wird geklärt, ob es nahestehende Personen gibt, die die Pflege unterstützen oder ganz übernehmen können und wollen, und welche weiteren Unterstützungsmöglichkeiten es für Sie gibt.
 

Wie wird die Pflege organisiert?

In einem sogenannten Versorgungsplan wird festgehalten, wie die Pflege organisiert werden soll. Der Plan umfasst alle Möglichkeiten und konkreten Hilfen, die die Pflege sicherstellen sollen. Bei Veränderungen der Pflegesituation oder des Zustands der pflegebedürftigen Person wird der Versorgungsplan angepasst.  

Auch die Bewältigung des Alltags und die Aufgabenverteilung bei der Pflege werden mit den Pflegebedürftigen und deren Angehörigen besprochen.

Berücksichtigt werden im Versorgungsplan:

  • die gesundheitliche Situation der pflegebedürftigen Person
  • die Wohn- und Lebenssituation der pflegebedürftigen Person und ggf. der pflegenden Angehörigen
  • der Hilfe- und Unterstützungsbedarf
  • Entlastungsmöglichkeiten für Angehörige oder weitere pflegende Personen
  • gegebenenfalls Präventions- und Rehabilitationsempfehlungen

Welche Angebote umfasst die Beratung?

Passende Unterstützung für Ihre persönliche Situation. Im Bild: Haushaltssituation.
Ihr persönlicher Unterstützungsbedarf wird ermittelt.

Beraten wird auch zu möglichen Unterstützungsangeboten und Leistungen der Pflegekasse, die helfen können, die Pflege sicherzustellen und den Alltag zu erleichtern. Das können beispielsweise sein:

 

  • Finanzierung der Pflege  – zum Beispielüber Pflegegeld oder über Pflegesachleistungen, um einen Pflegedienst hinzuzuziehen
  • Unterstützungsleistungen im Alltag – zum Beispiel über Einsatzmöglichkeiten des Entlastungsbetrags von 125 Euro im Monat
  • Ambulante, stationäre oder mobile Rehabilitation – beispielsweise, um die Mobilität zu erhalten oder wiederherzustellen, Schmerzen zu vermindern oder die Integration in den Alltag zu erleichtern
  • (Pflege-)Hilfsmittel – zum Beispiel Desinfektionsmittel, Rollstühle und Pflegebetten
  • Prävention und Gesundheitsförderung – zum Beispiel Kurse zur Gesundheitsförderung, Bewegung und Ernährung

Für pflegende Angehörige ist die Beratung zu Entlastungsmöglichkeiten besonders wichtig. Hierzu zählen Pflegekurse, Maßnahmen zur Prävention und Rehabilitation oder auch die Kurzzeitpflege, Tagespflege oder Verhinderungspflege.

Tipp: Viele Menschen möchten so lange wie möglich in der eigenen Wohnung leben. Sehr wichtig ist daher eine Beratung zur Organisation der Pflege, die auch Notfälle berücksichtigt. Je besser die ambulante Versorgung organisiert ist, umso größer ist die Chance, dass sich die Unterbringung in einem Pflegeheim vermeiden lässt.