Gesetzliche Betreuung – wann ist sie nötig?

Das Betreuungsgericht kann eine gesetzliche Betreuung anordnen. Im Bild: Seniorenpärchen
Ist eine Betreuung nötig, bestimmt das Gericht eine Betreuungsperson.

Wenn Menschen nicht mehr selbstständig entscheiden können, sei es aufgrund von Krankheit, Unfall, Behinderung oder nachlassenden geistigen Kräften, wird eine rechtliche Betreuung notwendig.

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Ist jemand nicht mehr in der Lage seine Angelegenheiten zu regeln und selbst zu entscheiden, kann das Betreuungsgericht eine rechtliche Betreuung anordnen.
  • Die rechtliche Betreuung kann von der betroffenen Person, aber auch von Dritten wie Angehörigen oder Ärzten, angeregt werden.
  • Nur für Lebensbereiche, in denen die betreute Person nicht mehr selbst entscheiden kann, wird eine Betreuung bestimmt.
  • Ist keine Vertretung mehr erforderlich, hebt das Gericht die rechtliche Betreuung wieder auf.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Wer veranlasst die gesetzliche Betreuung?
  2. Wer übernimmt die gesetzliche Betreuung?
  3. Für welche Lebensbereiche gilt die Betreuung?
  4. Wenn Sie mehr wissen wollen

 

Wer veranlasst die gesetzliche Betreuung?

Die rechtliche Betreuung kann durch die betroffene Person selbst oder durch Angehörige angeregt werden. Aber auch Dritte, wie Ärztinnen und Ärzte, Nachbarinnen und Nachbarn können eine Betreuung bei der Betreuungsbehörde oder direkt beim Betreuungsgericht veranlassen.

Das Betreuungsgericht befragt dann die betroffene Person und holt ein Gutachten eines medizinischen Sachverständigen ein, um zu prüfen, ob und in welchem Umfang eine Betreuung erforderlich ist.

 

! Wichtig zu wissen:

Eine rechtliche Betreuung lässt sich durch eine Vorsorgevollmacht oder eine Betreuungsverfügung vermeiden. Hierin legt die betroffene Person selbst fest, wer entscheiden soll, wenn sie selbst nicht mehr dazu in der Lage ist.

 

Wer übernimmt die gesetzliche Betreuung?

Ist eine Betreuung notwendig, bestimmt das Gericht einen Betreuer. Das können auch Angehörige oder Bekannte der betroffenen Person sein, wenn sie geeignet sind, die Betreuung zu übernehmen.
Gibt es keine Angehörigen oder sind diese zur Übernahme einer Betreuung nicht geeignet, kann das Betreuungsgericht gesetzliche Betreuungspersonen festlegen. Dies können selbstständige Berufsbetreuerinnen und -betreuer, Anwältinnen und Anwälte, Mitarbeiter eines Betreuungsvereins oder einer Betreuungsbehörde sein.

 

! Wichtig zu wissen:

Das Gericht prüft, ob die betreuende Person richtig und gut für die zu betreuende Person gehandelt hat. Einmal im Jahr muss die betreuende Person dem Gericht einen Bericht übersenden und Ausgaben belegen.

Beschwerden zur Betreuung kann die betreute Person, aber auch zum Beispiel Ärzte, Angehörige und andere Nahestehende beim Gericht einreichen.
Das Gericht muss diese Hinweise prüfen und eventuell eine andere Person für die Betreuung bestimmen.
Ist keine Vertretung mehr erforderlich, hebt das Gericht die rechtliche Betreuung wieder auf.

 

Für welche Lebensbereiche gilt die Betreuung?

Das Gericht legt fest, für welche Bereiche eine Betreuung notwendig ist. Nur für Lebensbereiche, in denen die betreute Person nicht mehr selbst entscheiden kann, wird eine Betreuung bestimmt.

Die Betreuung kann gelten zum Beispiel für

  • die Vermögenssorge
  • das Aufenthaltsbestimmungsrecht
  • die Regelung von Wohnungsangelegenheiten
  • die Gesundheitsfürsorge
  • Rechtsangelegenheiten
  • Postangelegenheiten

 
Der Umfang der Betreuung wird in der Betreuungsurkunde festgehalten. Die Betreuungsurkunde wird dem Betreuer ausgehändigt.

 

Und wenn Sie mehr zur gesetzlichen Betreuung wissen wollen 

Ausführliche Information zur gesetzlichen Betreuung finden Sie hier: