Beratung bei psychischer Erkrankung
Wenn Menschen pflegebedürftig werden, können auch seelische Probleme oder eine psychische Erkrankung (z.B. Depressionen), eine Suchterkrankung oder eine persönliche Krise eine Rolle spielen. Betroffene und Angehörige stehen dann oft vor der Frage, wo sie Unterstützung bekommen. Eine wichtige Anlaufstelle vor Ort sind die Sozialpsychiatrischen Dienste. Diese beraten und unterstützen Menschen mit psychischen Erkrankungen und Symptomen, bei Verwahrlosung und in selbst- und fremd-gefährdenden Krisensituationen. Auch Angehörige der Betroffenen können sich an die Sozialpsychiatrischen Dienste wenden.
Damit Betroffene und Angehörige die passende Unterstützung finden, sind nun auch die Sozialpsychiatrischen Dienste in der Online-Suche des Pflegewegweiser NRW unter dem Suchfilter „Psychische Erkrankung“ zu finden.
Der Sozialpsychiatrische Dienst bietet kostenlose Beratung und Unterstützung für Betroffene und Angehörige bei psychischen Erkrankungen, wie Depression, Angststörung, Sucht, Psychose, Burnout, Verwahrlosung und in akuten psychischen Krisensituationen.
Darunter fällt auch die Diagnostik von psychischen Erkrankungen, Unterstützung im Umgang mit der Erkrankung, die Vermittlung von weiterführenden Hilfen und die Krisenintervention.
Als pflegender Angehöriger können Sie auch unsere Seite zum Thema Belastungen durch Pflege nutzen, um sich über weitere Unterstützungs- und Beratungsmöglichkeiten zu informieren. Hier finden Sie zum Beispiel zu den häufigsten Anzeichen einer Überlastung, Hinweise was in akuten Situationen zu tun ist und Infos zur Pflegeselbsthilfe.
Beratung für pflegebedürftige oder behinderte Kindern und deren Familie
Der Pflegewegweiser NRW erweitert sein Angebot gezielt um Informationen für pflegende Eltern von Kindern mit chronischer Erkrankung, Behinderung oder besonderem Unterstützungsbedarf.
Die neue Filtermöglichkeit in der Online-Suche macht es Familien leichter, passende Beratung und Unterstützung in der Nähe zu finden.
Bisher wurden hierbei die Verfahrenslotsen, Bunten Kreise und Sozialpädiatrischen Zentren in die Datenbank neu aufgenommen. Weitere kostenfreie Unterstützungsangebote folgen.
Die Verfahrenslots:innen unterstützen junge Menschen mit einer (drohender) Behinderung und deren Familien. Sie beraten dazu, welche Hilfen möglich sind, und helfen bei der Beantragung.
Die Verfahrenslots:in klärt mit den Familien, welche Unterstützung infrage kommen kann, wie Anträge gestellt werden und wie Verfahren ablaufen. Sie stehen als Ansprechpartner:innen zur Verfügung, auch bei Fragen zu Briefen und Bescheiden von Behörden und Leistungsträgern und begleiten Familien auf Wunsch zu Terminen.
Die Beratung ist kostenlos und unabhängig.
Wichtig: Verfahrenslots:innen beraten in Einzelfällen auch zum Thema Pflege, sind vor allem aber eine Hilfe für Familien bei Fragen rund um die Behinderung des Kindes.
Wenn ein Kind viel zu früh geboren wird, mit einer Behinderung zur Welt kommt oder schwer oder dauerhaft krank ist, verändert sich das Leben der ganzen Familie. Oft kommen viele Fragen und neue Aufgaben auf die Eltern zu.
Die Bunten Kreise unterstützen Familien in dieser schwierigen Zeit. Sie begleiten Familien beim Übergang vom Krankenhaus nach Hause und helfen dabei, den Alltag mit der neuen Situation zu bewältigen.
Die Mitarbeiter beraten die Familie, helfen bei der Suche nach passenden Unterstützungsangeboten und zeigen, wo sie weitere Hilfe bekommen. Dabei berücksichtigen sie die Situation der ganzen Familie. Die Unterstützung kann im Krankenhaus und zu Hause stattfinden.
Ein sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) ist eine Einrichtung, die sich um die ganzheitliche Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr kümmert. Ziel eines SPZ ist es, Kindern mit Entwicklungsstörungen, chronischen Erkrankungen oder Behinderungen sowie ihren Familien Unterstützung anzubieten.
Key Facts zu den Sozialpädiatrischen Zentren:
- SPZn untersuchen die verschiedensten Krankheits- und Störungsbilder
- Kinder und Eltern erhalten medizinische, therapeutische und psychologische Unterstützung
- Einbezug des sozialen Umfeldes in die Behandlung (Familie, Kita, Schule)
- Eine Überweisung durch Kinder- und Jugendärzte ist nötig
- Behandlungen sind ambulant und stationär möglich
- Das Angebot ist kostenlos. Die Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung
In einem SPZ arbeiten verschiedene Fachleute zusammen, um eine umfassende Begutachtung zu gewährleisten. Dazu gehören Kinderärzte, Kinderpsychologen, Ergotherapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten und Sozialarbeiter.
Tag der pflegenden Eltern
Am 24. Oktober 2026 findet zum zweiten Mal der Tag der pflegenden Eltern statt – initiiert vom Arbeitskreis pflegender Eltern von wir pflegen e.V. gemeinsam mit zahlreichen Unterstützer*innen. Unter dem Schwerpunkt „Bürokratie-Irrsinn stoppen“ macht der Aktionstag sichtbar, was pflegende Familien zusätzlich zur täglichen Pflege leisten: Anträge stellen, Nachweise beschaffen, Zuständigkeiten klären und Widersprüche schreiben. Diese Bürokratie kostet Zeit und Kraft.