Pflege und Behinderung - gut zu wissen!

Eine Behinderung bringt häufig auch eine Pflegebedürftigkeit mit sich- lassen Sie sich unabhängig dazu beraten
Eine Behinderung bringt häufig auch eine Pflegebedürftigkeit mit sich- lassen Sie sich unabhängig dazu beraten

Pflegebedürftigkeit betrifft auch Menschen mit Behinderung - egal wie alt sie sind

Ob jung oder alt – Menschen mit Behinderung können auch pflegebedürftig sein. Pflege betrifft daher nicht nur ältere oder hochbetagte Menschen im Bereich der Alten- und Seniorenpflege. Auch Kinder, die mit einer Behinderung geboren wurden, haben von Geburt an ein Recht auf Pflege.

Grundsätzlich können Leistungen der Pflegeversicherung neben den Leistungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung bezogen werden. Eine Ausnahme gilt aber für Menschen mit einer Behinderung, die in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe leben und pflegebedürftig sind: Dann zahlt die Pflegekasse einen Zuschuss für Personen in allen fünf Pflegegraden. Das Geld erhalten die Pflegebedürftigen nicht direkt, sondern die Einrichtungen der Behindertenhilfe. Diese sollen mit dem Zuschuss die Pflegeleistungen abdecken.

 

Je nach Situation kann Ihnen bei Fragen zur Pflege und Behinderung eine Pflegeberatungsstelle oder eine Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung, kurz EUTB, weiterhelfen.


Wozu berät die Pflegeberatung?

Eine Pflegeberatung unterstützt Sie bei allen Fragen rund um die Pflege und Behinderung. Oft sind Betroffene überfragt, welche Form der Pflege sich besser eignet: Soll zu Hause gepflegt werden, oder ist die Unterbringung in einem Pflegeheim sinnvoller? Steht diese Entscheidung an, möchten Sie wissen, welche Leistungen und Hilfsmöglichkeiten angeboten werden und welche Einrichtungen es in der Nähe gibt? Dann wenden Sie sich an eine Pflegeberatungsstelle oder einen Pflegestützpunkt. Die Beratungsstellen vermitteln Ihnen einen Überblick über Leistungen der Pflegekasse, Organisation der Pflege und Hilfsangebote vor Ort.

Nutzen Sie die Online-Suche, um die für Sie passende und zuständige Beratungsstelle zu finden. Oder rufen Sie uns gebührenfrei an: 0800 4040044 (montags, dienstags, mittwochs und freitags 9–12 Uhr und donnerstags von 14-17 Uhr). Zusätzlich stehen wir Ihnen gerne schriftlich zur Verfügung. Nutzen Sie dafür einfach das Fenster auf unseren Seiten "Schreiben Sie uns im Chat". Wir antworten Ihnen gerne.

 


Logo EUTB

Wozu berät die EUTB?

Eine Beratung durch einen Rehabilitationsträger oder durch die ergänzende, unabhängige Teilhabeberatung, kurz EUTB, unterstützt Sie Sie bei allen Fragen rund um das Thema Teilhabe.

Sind Sie an der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben beeinträchtigt und benötigen Hilfe und Unterstützung? Können Sie aufgrund einer chronischen Erkrankung alltägliche Dinge nur noch schwer bewältigen? Möglicherweise droht eine längerfristige Beeinträchtigung oder eine bestehende Behinderung nimmt an Intensität zu? Eine Beratung steht Ihnen zu, wenn Sie von einer Behinderung bedroht sind oder bereits mit einer Behinderung leben. Ein Beratungsanspruch besteht auch, wenn Sie bereits an einem Rehabilitations- oder Teilhabeprozess teilnehmen.

Die Beratung umfasst alle Rehabilitations- und Teilhabeleistungen und informiert Sie und Ihre Angehörigen über mögliche Leistungsansprüche auf der Basis der unterschiedlichen Sozialgesetzbücher und zuständigen Rehabilitationsträger. Fragen zur Teilhabe, zum Teilhabeplan, einer Assistenz oder zu Hilfsmitteln können Sie ebenfalls in der EUTB besprechen.

Wichtig: Haben Sie keine Scheu, sich mit Ihrem Anliegen an eine EUTB-Beratungsstelle zu wenden. Viele Beraterinnen oder Berater leben selbst mit einer Behinderung und verfügen daher über gleiche oder ähnliche Erfahrungen. Sie beraten daher auf Augenhöhe (sogenanntes „Peer Counseling“).

Tipp: Fragen Sie noch vor Antragsstellung bei einer EUTB-Beratungsstelle in Ihrer Nähe, ob sie Sie bei der Antragsstellung unterstützen können.

Weitere Informationen zu den Aufgaben und Angeboten der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung finden Sie auf den Internetseiten der EUTB [externer Link].

Mit der Online-Suche finden Sie die passende und zuständige Beratungsstelle. Oder rufen Sie uns gebührenfrei an: 0800 4040044 (montags, dienstags, mittwochs und freitags 9–12 Uhr und donnerstags von 14-17 Uhr). Zusätzlich stehen wir Ihnen gerne schriftlich zur Verfügung. Nutzen Sie dafür einfach das Fenster auf unseren Seiten "Schreiben Sie uns im Chat". Wir antworten Ihnen gerne.

 


Was ist eine Behinderung?

 

Als Behinderung wird bezeichnet, wenn der Körper- und Gesundheitszustand eines Menschen von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht. Hierbei handelt es sich um dauerhafte körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen, die die Menschen an der gleichberechtigten Teilhabe in der Gesellschaft hindern. Als dauerhaft gilt, dass die Beeinträchtigungen mit hoher Wahrscheinlichkeit voraussichtlich länger als sechs Monate andauern.

Eine Behinderung kann vielfältige Ursachen haben. Die meisten schweren Behinderungen werden durch Krankheiten im Laufe des Lebens erworben.

 

Wer stellt die Behinderung fest?

Liegt eine Behinderung vor, so können Sie diese durch das für Sie zuständige Versorgungsamt in Ihrer Kommune feststellen lassen. Mit Ihrem schriftlichen Antrag entscheidet das Versorgungsamt mit Hilfe eines Gutachtens über das Vorliegen einer Behinderung, die Feststellung des Grades der Behinderung, kurz GdB, und über die entsprechenden Merkzeichen.

Sofern die Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises gewünscht wird, sollte ein Lichtbild mitgesendet werden. Dies kann aber auch erst nach Bewilligung des Antrages gemacht werden. Sie erhalten nach Feststellung einer Behinderung den gewünschten Ausweis mit Ihrem GdB und dem Merkzeichen.

Der GdB reicht von 0 bis 100. Als Behinderung gilt hierbei eine Einschränkung ab einem GdB von 20 und eine Schwerbehinderung liegt mit einem GdB von wenigstens 50 vor.

Tipp: Finden Sie beispielsweise aufgrund Ihrer Behinderung mit einem GdB unter 50, aber mindestens 30, keinen geeigneten Arbeitsplatz, besteht die Möglichkeit Sie mit schwerbehinderten Menschen gleich zu stellen. Hierzu ist ein Antrag bei der Agentur für Arbeit zu stellen.

 


 

Leistungen zur Teilhabe

Eingliederungshilfen unterstützen Sie in Ihrer gleichberechtigten Teilhabe am Leben
Eingliederungshilfen unterstützen Sie in Ihrer gleichberechtigten Teilhabe am Leben

Welche Leistungen gibt es?

Menschen mit körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung haben ein Recht darauf, ein selbstbestimmtes Leben wie Menschen ohne Behinderung zuführen. Deshalb haben sie – aber auch Menschen, die von einer Behinderung bedroht sind, Anspruch auf Leistungen und Hilfen, um

  • die Behinderung abzuwenden, zu beseitigen oder zu mindern, oder
  • um zu verhüten, dass sich die Behinderung verschlimmert, oder
  • um ihre Folgen zu mildern, unabhängig davon, welche Ursache die Behinderung hat.

Hierzu stehen ihnen die sogenannten Eingliederungshilfen zu, die folgende Leistungen beinhaltet:

  • Leistungen zur medizinischen Rehabilitation
  • Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
  • Unterhaltssichernde und andere ergänzende Leistungen
  • Leistungen zur Teilhabe an Bildung
  • Leistungen zur Sozialen Teilhabe

Zudem gibt es eine Vielzahl von Rechtsansprüchen, wie beispielsweise der Rechtsanspruch auf einen behindertengerechten Arbeitsplatz, auf Arbeitsassistenz oder Teilzeitarbeit. Um als Mensch mit Behinderung die wegen der Behinderung notwendige Hilfe und Unterstützung in Anspruch nehmen zu können, ist es grundsätzlich nicht erforderlich, dass ein bestimmter „Grad der Behinderung“ festgestellt und durch einen Ausweis bescheinigt wird.

Wichtig: Lassen Sie sich frühzeitig zu Ansprüchen und Leistungen kostenlos beraten.

 

Nutzen Sie einfach die Online-Suche, um die für Sie passende und zuständige Beratungsstelle der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) zu finden.

Oder rufen Sie uns gebührenfrei an: 0800 4040044 (montags, dienstags, mittwochs und freitags 9–12 Uhr und donnerstags von 14-17 Uhr). Zusätzlich stehen wir Ihnen auch für schriftliche Anfragen zur Verfügung. Nutzen Sie dafür einfach das Fenster auf unseren Seiten "Schreiben Sie uns im Chat". Wir antworten Ihnen schnellstmöglich. Wenn Sie nicht warten wollen, dann nutzen Sie einfach den Chatbot. Er antwortet automatisiert auf Ihre kurze und einfache Frage.

 


Wer trägt die Kosten?

Die Kosten für Leistungen tragen die Rehabilitationsträger.

Das sind beispielsweise die Bundesagentur für Arbeit, Rentenversicherung, gesetzliche Krankenversicherung oder Sozialhilfe.  

Wichtig zu wissen: Es gibt mehrere Rehabilitationsträger, weswegen beispielsweise für Leistungen zur Teilhabe kein einzelner Träger zuständig ist, da jeder Rehabilitationsträger spezifische Bereiche der Rehabilitation und Teilhabe innehat. Welcher Träger zuständig ist richtet sich danach, wann und wie die Behinderung entstanden ist und wird für jeden Menschen und Antrag individuell ermittelt.

Tipp: Wenn Sie Fragen rund um das Thema Teilhabe, einem Teilhabeplan oder auch Antragsstellung haben, lassen Sie sich kostenfrei und unabhängig durch die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) beraten.


 

Wo stelle ich einen Antrag?

Um Leistungen zur Teilhabe zu erhalten, stellen Sie einen Antrag auf Rehabilitation. Hierbei reicht es grundsätzlich aus, wenn Sie einen Antrag auf Rehabilitation bei einem Rehabilitationsträger (z.B. Agentur für Arbeit, Ihrer gesetzlichen Krankenkasse oder Unfallkasse) stellen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob dieser auch letztendlich für Sie als Leistungsträger zuständig ist. Er ist ab diesem Zeitpunkt Ihr Ansprechpartner für alles Weitere; von der Antragsstellung bis zum Ende Ihrer Leistungen. Er übernimmt die Verantwortung für die Einleitung und Durchführung Ihres Teilhabeplanverfahrens, wie beispielsweise einer eventuell erforderlichen Begutachtung oder der Dokumentation aller Leistungen in einem Teilhabeplan. Somit wird sichergestellt, dass über Ihren Antrag auf Teilhabeleistungen schnellstmöglich und umfassend entschieden wird.

Tipp: Wenn Sie einen Rehabilitationsantrag stellen wollen, lassen Sie sich im Vorfeld kostenlos, umfassend und unabhängig beraten.

 

Nutzen Sie einfach die Online-Suche, um die für Sie passende Beratungsstelle der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) zu finden.

Oder rufen Sie gebührenfrei an: 0800 4040044 (montags, dienstags, mittwochs und freitags 9–12 Uhr und donnerstags von 14-17 Uhr). Zusätzlich stehen wir Ihnen gerne schriftlich zur Verfügung. Nutzen Sie einfach das Fenster auf unseren Seiten unter "Schreiben Sie uns im Chat". Wir antworten Ihnen gerne.