Bild
Thermometer mit der Anzeige über 30 Grad
Foto: pixabay_4294021_1280_geralt

Pflege und Hitze: Sicher durch heiße Tage

  • Ältere Menschen, pflegebedürftige Personen und Menschen mit chronischen Erkrankungen sind bei Hitze besonders gefährdet.
  • Trinken Sie regelmäßig, halten Sie Wohnräume möglichst kühl und vermeiden Sie körperliche Anstrengung.
  • Informieren Sie sich frühzeitig über Hitzewarnungen und bereiten Sie sich auf heiße Tage vor.
  • Rufen Sie im Notfall den Notruf 112, wenn eine Person verwirrt ist, das Bewusstsein verliert oder starke Beschwerden hat.

Stand: Juli 2026

Für wen ist Hitze besonders gefährlich?

Anhaltende Hitze kann den Körper stark belasten und im schlimmsten Fall lebensbedrohlich werden. Einige Personengruppen sind dabei besonders gefährdet:

  • Menschen ab etwa 65 Jahren
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen, etwa Herz- oder Nierenleiden
  • Menschen, die bestimmte Medikamente einnehmen, etwa Entwässerungstabletten
  • Kleinkinder und Jugendliche
  • Menschen, die schwer körperlich arbeiten oder Sport treiben

Der Körper kühlt sich normalerweise durch Schwitzen ab. Bei älteren Menschen funktioniert dieser Mechanismus oft schlechter. Sie schwitzen weniger und spüren Durst später. Das belastet das Herz-Kreislauf-System stark.

Informieren Sie sich

Je besser Sie vorbereitet sind, desto leichter können Sie sich und pflegebedürftige Angehörige vor großer Hitze schützen. Warten Sie deshalb nicht auf die nächste Hitzewelle, sondern informieren Sie sich bereits im Vorfeld.

Wie bereiten Sie sich auf eine Hitzewelle vor?

  1. Informieren Sie sich frühzeitig.
  2. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie Ihre Medikamente bei Hitze anders einnehmen müssen. Manche Medikamente verstärken die Wirkung von Hitze auf den Körper.
  3. Legen Sie eine Telefonliste an mit wichtigen Kontaktpersonen und der Nummer Ihrer Hausärztin oder Ihres Hausarztes.
  4. Erkunden Sie kühle Orte in Ihrer Nähe, etwa Bibliotheken, Kirchen oder Einkaufszentren, die von Ihrer Kommune als Schutzräume genannt werden.

Sind Sie selbst pflegebedürftig? Bitten Sie Angehörige oder Nachbarn um Hilfe, etwa beim Verschatten der Wohnung. Stellen Sie sich eine Schüssel mit Wasser für ein kühlendes Fußbad bereit und bringen Sie Beschwerden frühzeitig zur Sprache.

 

Was ist im Notfall zu tun?

  1. Raus aus der Sonne und der Hitze. Bringen Sie die betroffene Person an einen kühlen und schattigen Ort. Kühlen Sie den Körper, etwa mit einem feuchten Umschlag an Stirn und Nacken. Zusätzlich können Wadenwickel eingesetzt werden.
  2. Trinken. Prüfen Sie, ob die betroffene Person genug getrunken hat. Bieten Sie Wasser an.
  3. Lockern Sie enge Kleidung.
  4. Holen Sie ärztlichen Rat ein, wenn die Beschwerden anhalten: ärztlicher Notdienst unter 116 117.
  5. Wählen Sie den Notruf 112, wenn die Person verwirrt ist, das Bewusstsein verliert oder die Beschwerden sehr stark sind.

Was können Sie an heißen Tagen konkret tun?

  • Trinken Sie regelmäßig – möglichst Wasser oder ungesüßten Tee. Wie viel Flüssigkeit sinnvoll ist, hängt unter anderem von Ihrem Gesundheitszustand ab. Sprechen Sie bei Herz- oder Nierenerkrankungen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die für Sie geeignete Trinkmenge.
  • Tragen Sie im Freien eine Kopfbedeckung, um einen Sonnenstich zu vermeiden.
  • Halten Sie Wohnräume kühl: Lüften Sie früh morgens und spät abends, schließen Sie tagsüber Fenster und Rollläden.
  • Vermeiden Sie körperliche Anstrengung.
  • Tragen Sie leichte, helle Kleidung.
  • Essen Sie leichte Mahlzeiten mit hohem Wasseranteil, etwa Obst und Gemüse.

Häufige Fragen zum Hitzeschutz

Eine feste Grenze gibt es nicht. Bei Temperaturen über 30 Grad steigt das Risiko für hitzebedingte Beschwerden deutlich, besonders bei längeren Hitzeperioden.

Ältere Menschen sollten an heißen Tagen etwa 2 bis 3 Liter pro Tag trinken. Lieber über den Tag verteilt immer wieder ein paar Schlucke trinken, als sich an großen Mengen auf einmal zu versuchen.

Sprechen Sie bei Vorerkrankungen, zum Beispiel bei Herz- oder Nierenerkrankungen, mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die passende Trinkmenge.

Wasser und ungesüßte Tees eignen sich am besten. Verzichten Sie auf Alkohol und koffeinhaltige Getränke, da diese den Körper zusätzlich entwässern.

Ein Sonnenstich betrifft meist nur den Kopf und ist selten akut gefährlich. Ein Hitzschlag betrifft den ganzen Körper, lässt die Temperatur auf über 40 Grad steigen und ist immer ein medizinischer Notfall.

Bringen Sie die Person sofort in den Schatten oder einen kühlen Raum, kühlen Sie den Körper und wählen Sie den Notruf 112. Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall.

Aktuelle Warnungen finden Sie über das Info-Portal Hitze [externer Link] des Landeszentrums Gesundheit NRW, das auf das Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienstes verlinkt.

Manche Medikamente wirken bei Hitze anders oder verstärken die Belastung des Kreislaufs. Klären Sie das vorab mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Besonders gefährdet sind ältere Menschen, chronisch Erkrankte, Kleinkinder und Menschen, die schwer körperlich arbeiten.

Demenz, Schluckbeschwerden oder Medikamente können die Trinkmenge verringern. Angehörige sollten regelmäßig ans Trinken erinnern und auf zusätzliche Warnzeichen wie Fieber oder Verstopfung achten.

PDF herunterladen